Max Gibis besucht die Penzkofer Bau GmbH in Regen

Neue Ideen für öffentliche Bauten? - Max Gibis tauscht sich mit Alexander Penzkofer aus

2016-12-06

Wenn Politiker Unternehmen besuchen, geht es um mehr als die gemeinsame Tasse Kaffee und eine Firmenpräsentation. Das zeigten Landtagsabgeordneter Max Gibis, Regens 2. Bürgermeister Josef Weiß und Bauunternehmer Alexander Penzkofer auf dem Firmengelände der Penzkofer Bau GmbH in Regen. Beim Betriebsbesuch wurden spontan mögliche Ideen besprochen, um öffentliche Ausschreibungen zu verbessern.

(v.l.) Alexander Penzkofer, MdL Max Gibis, Büroleiter Patrick Zens und 2. Bürgermeister Josef Weiß

Über 50 zusätzliche Mitarbeiter in einem Jahr, das größte Wohnungsbauprojekt in Regen seit Jahrzehnten, die zweite Auszeichnung vom Bayerischen Wirtschaftsministerium als „Bayerns Best 50“, Bayerischer Mittelstandspreis der Mittelstandsunion, eine deutschlandweit einmalige Rohbautechnik - es gab viele Punkte, die MdL Max Gibis neugierig darauf machten, die Penzkofer Bau GmbH und Geschäftsführer Alexander Penzkofer persönlich kennen zu lernen. Mit seinem Büroleiter Patrick Zens und Regens 2. Bürgermeister Josef Weiß besuchte Gibis das Bauunternehmen, das im Landkreis mit über 230 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern im Handwerk zählt.

Max Gibis und Josef Weiß machten klar, wie wichtig Unternehmen wie Penzkofer für die Region seien. „Sie schaffen wertvolle Ausbildungs- und Arbeitsplätze, nachhaltigen Wohnraum und zeigen, dass die Handwerksbetriebe im Bayerischen Wald etwas auf dem Kasten haben, wenn es um moderne Technik und innovative Ideen geht.“ Lob gab es vom MdL für die Vielseitigkeit im Betrieb. Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser werden ebenso gebaut wie Lager- und Produktionshallen, Büros, Hotels oder medizinische Versorgungszentren. „Wir machen die neue Dachgaube für das ältere Ehepaar genauso wie große Bauträgerprojekte, bei denen wir uns vom Grundstückskauf über die Erschließung bis zum fertigen Bau um alles kümmern“, erklärte Alexander Penzkofer. Er ist selbst Maurer- und Zimmerermeister, lernte sein Handwerk von der Pike an – und baut Häuser in Ziegelmassivbauweise, die bei bayerischen Bauherren besonders beliebt sind. „Die Leute schätzen die kreativen Gestaltungsmöglichkeiten beim Bauen, aber auch den Wärme- und Schallschutz, das Raumklima oder die Energieeffizienz von Massivhäusern.“ MdL Gibis wollte wissen, ob die Penzkofer Bau GmbH die aktuellen Probleme bei der Entsorgung von alten Dämmplatten aus Styropor spüre, die in Müllverbrennungsanlagen teils nicht verbrannt werden dürfen. Das Unternehmen baue monolithisch, mit wärmedämmenden Ziegeln, gefüllt mit dem natürlichen Vulkangestein Perlit. Hier brauche man keine zusätzliche Dämmung durch Styropor.

Einig waren sich Max Gibis, Josef Weiß und Alexander Penzkofer, dass gerade öffentliche Bauten wie Kindergärten, Schulen oder Ämter oft nicht einfach seien, und zwar für die Bauherren genauso wenig wie für am Bau beteiligte Firmen. Immer wieder gebe es bei Ausschreibungen sowie An- und Neubauten Probleme. Handwerksbetriebe ärgerten sich über aufwändig zu bearbeitende Ausschreibungsunterlagen, hohen Bürokratieaufwand, Architektenpläne, die auf der Baustelle nicht immer 1:1 umgesetzt werden könnten, oder vermeintlich zu niedrig angesetzte Kosten. Städten, Gemeinden, Behörden und andere öffentliche Stellen klagten über nachträgliche Kostensteigerungen, zeitliche Verzögerungen, fehlende Abstimmung zwischen Gewerken oder nicht klar definierbare Ansprechpartner bei eventuellen Mängeln. „Momentan sind öffentliche Ausschreibungen oft für beide Seiten unbefriedigend“, meinten alle miteinander.

„Sie sind in der Praxis drin, was können wir hier aus Ihrer Sicht besser machen?“, wollte der MdL von Alexander Penzkofer wissen. „Ein spontanes Patentrezept gibt es dafür nicht“, stellte der Bauchfachmann klar. Vorstellen könnte er sich, An- und Neubauten gezielt für Generalunternehmer auszuschreiben. Der würde sich von der Planung bis zur Fertigstellung um alles kümmern, mit eigenen Fachleuten oder von ihm beauftragten und koordinierten Subunternehmen. Die Auftraggeber bräuchten so nur eine Ausschreibung für das gesamte Projekt statt vieler einzelner für sämtliche Gewerke vom Rohbau bis zum Fliesenleger. Sie müssten in den Gremien nur über einen Auftrag entscheiden, bekämen alles aus einer Hand und reibungslosere Abläufe, hätten einen festen Ansprechpartner, der für alles gerade stehen müsse, eine höhere Planungssicherheit bei Kosten und Terminen. „So könnte man bei öffentlichen Gebäuden vieles günstiger, schneller, einfacher und effektiver machen“, meinte Penzkofer, der feststellt, dass auch bei privaten Bauvorhaben schlüsselfertige Häuser besonders gefragt sind. „Wir planen und bauen mehr als 90 Prozent unserer Häuser fix und fertig, die meisten Bauherren sind froh, wenn sie alles mit einem Partner klären können statt mit zehn verschiedenen Firmen“, so Penzkofers Erfahrung. Auch für die Firmen hätten Generalunternehmer-Ausschreibungen bei öffentlichen Bauten Vorteile. MdL Gibis fand den Vorschlag „auf jeden Fall interessant und nachvollziehbar“, gab aber auch zu bedenken, dass in diesem Fall kleinere Handwerksbetriebe keine Aufträge mehr aus öffentlichen Ausschreibungen bekommen würden.

Trotzdem erachtet es auch MdL Max Gibis als notwendig, öffentliche Ausschreibungen punktuell zu verbessern, so dass die öffentliche Hand effizienter und kostengünstiger bauen kann.