MdL Max Gibis informiert sich beim Bayerischen Roten Kreuz

Zahlreiche relevante Themen auf der Agenda des Bayerischen Landtags - Gibis holt Meinung des BRK vor Ort ein

2016-11-30

 Der Landtagsabgeordnete Max Gibis hat sich beim Kreisverband Regen des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) über die praktische Arbeit vor Ort informiert. Kreisvorsitzender Walter Fritz und Kreisgeschäftsführer Günther Aulinger gaben ihm interessante Einblicke in die umfassenden Aufgaben- und Tätigkeitsfelder des BRK und gaben ihm Feedback zu den aktuellen politischen Entscheidungen, die den Rettungsdienst und den Katastrophenschutz in Bayern betreffen.

Geschäftsführer Günther Aulinger (v.l.), MdL Max Gibis und BRK-Vorsitzender Walter Fritz vor einem Rettungswagen

„Zurzeit stehen zahlreiche wichtige Themen, die den Rettungsdienst, ehrenamtliche Hilfsorganisationen oder den allgemeinen Katastrophenschutz betreffen, auf der Agenda im Bayerischen Landtag. Um hier auch die Meinung der Praktiker vor Ort einfließen lassen zu können, war mir der Besuch beim Kreisverband des BRK sehr wichtig“, so MdL Max Gibis, selbst Mitglied des Innenausschusses des Bayerischen Landtags, in dem diese Themen federführend behandelt werden. „Neben der geplanten Ausweitung der Helferfreistellung stehen die Kommerzialisierung des Rettungsdienstes, das Notfallsanitätergesetz aber auch die Anwendung von Arbeitszeitrichtlinien im Rettungsdienst auf der Tagesordnung in verschiedenen Gremien des Bayerischen Landtags.“

Kreisgeschäftsführer Günther Aulinger und Kreisvorsitzender Walter Fritz zeigten sich sehr erfreut über den Besuch des Landtagsabgeordneten Max Gibis. Zu Beginn des Gespräches gab es zunächst einmal Lob von Seiten des BRK über zahlreiche Neuerungen, die der Bayerische Landtag auf den Weg gebracht hatte. „Die umfassende Erweiterung der Helferfreistellung ist auch von Seiten des BRK sehr zu begrüßen“, so Günther Aulinger. Bereits seit 2008 haben Feuerwehrdienstleistende und Helfer des THW sowie seit 2013 ehrenamtliche Einsatzkräfte im Rettungsdienst einen Anspruch auf Freistellung- und Lohnfortzahlung bei Einsätzen im Katastrophenfall. „Mit dem nun geplanten Gesetzesentwurf der bayerischen Staatsregierung wird die Helferfreistellung auf zahlreiche ehrenamtliche Helfer im Bevölkerungsschutz ausgedehnt. Voraussetzung ist immer die Alarmierung durch die integrierte Leitstelle. Damit sind wir im Einsatzfall leistungsfähig aufgestellt“, so MdL Max Gibis.

Kritische Anmerkungen führte Kreisgeschäftsführer Günther Aulinger jedoch zur möglichen Kommerzialisierung des Rettungsdienstes in Bayern an. „Wir als Bayerisches Rotes Kreuz stellen uns gerne den Herausforderungen des Marktes, auch im Bereich des Rettungsdienstes“, so Aulinger. Der Geschäftsführer sieht die Notfallrettung aber als hohes Gut, das nicht ausschließlich kommerziellen Überlegungen geopfert werden darf. „Die Sicherstellung einer Notfallrettung funktioniert nur durch eine enge Verzahnung des hauptamtlichen Rettungsdienstes mit den unterstützenden ehrenamtlichen Diensten des Katastrophenschutzes, der Wasserwacht und der Bergwacht“, ist Aulinger überzeugt. „Eine Abspaltung des hauptamtlichen Rettungsdienstes von den unverzichtbaren ehrenamtlichen Hilfsleistungssystemen wird massive Qualitäts- und Substanzverluste im ehrenamtlichen Bereich des Bevölkerungsschutzes in Bayern mit sich bringen“, warnte der Geschäftsführer.

Auch beim aktuell verabschiedeten Notfallsanitätergesetzes merkte der Geschäftsführer des BRK „Kinderkrankheiten“ an. „Grundsätzlich macht die Regelung, dass ein Notfallsanitäter im Einsatzfall nach ärztlicher Delegation heilkundliche Maßnahmen durchführen kann, schon Sinn.“ Äußerst kritisch sieht Aulinger jedoch die Stichtagsregelung zur Nachqualifizierung zum Notfallsanitäter. So wurde zur Nachqualifizierung eines Rettungsassistenten eine Berufserfahrung von fünf Jahren vorausgesetzt, die allerdings bis zum Stichtag 01.01.2014 vorliegen muss. „Da ist für mich nicht nachvollziehbar, warum Berufserfahrung aus späteren Zeiträumen hier geringer geschätzt wird“, so Aulinger. Außerdem kritisierte der Kreisgeschäftsführer die Dauer der Nachqualifizierung von ehrenamtlichem Rettungspersonal, die sich momentan auf sechs Monate beläuft. „Das ist ehrenamtlich nicht zu schaffen. Hier brauchen wir eine umsetzbare Lösung. Die ehrenamtlichen Helfer leisten ohnehin schon jede Menge und ohne deren Einsatz werden viele Lücken entstehen“.

Als letzten Punkt forderten der Kreisgeschäftsführer und der Kreisvorsitzende noch mehr Flexibilität für Einsatzkräfte bei den Arbeitszeitrichtlinien. „Es muss sichergestellt sein, dass Einsatzkräfte bei Notfällen jederzeit ausrücken können und nicht von einzuhaltenden Pausenzeiten daran gehindert werden.“ MdL Max Gibis bezeichnete das Gespräch als sehr aufschlussreich und versprach die Verbesserungsvorschläge und kritischen Anmerkungen mit nach München zu nehmen und bei geeigneter Gelegenheit anzusprechen.