Hier werden unsere Nachwuchssportler geformt

Skiverbandspräsident Max Gibis informiert sich am Skigymnasium Berchtesgaden - Zulauf auch aus dem Bayerischen Wald

2016-07-15

6 von 8 Olympischen Goldmedaillen, 2 von 6 Silbermedaillen und 2 von 5 Bronzemedaillen für Deutschland in Sotschi 2014, insgesamt also 10 von 19 Medaillen in Sotschi sowie viele weitere Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschafen haben Absolventen der CJD Christophorusschulen in Berchtesgaden erringen können. Auch die Nachwuchssportler aus dem Bayerischen Wald versuchen an den insgesamt fünf verschiedenen Schulen des Trägers CJD in Berchtesgaden Schule und Leistungssport unter einen Hut zu bringen. Grund genug für den Präsidenten des Skiverbandes Bayerwald, Max Gibis, sich einmal vor Ort beim Schulleiter des Skigymnasiums Berchtesgaden, Herrn Stefan Kantsperger, zu informieren.

 

Skiverbandspräsident Max Gibis (v.r.) mit Schulleiter Stefan Kantsperger und Sportkoordinator Christian Scholz vor der neu gebauten Turnhalle
Skiverbandspräsident Max Gibis (v.r.) mit Schulleiter Stefan Kantsperger und Sportkoordinator Christian Scholz vor der neu gebauten Turnhalle

Zusammen mit dem Koordinator für den Sport, Herrn Christian Scholz, stellte der Schulleiter Stefan Kantsperger dem Skiverbandspräsidenten deshalb die Einrichtungen der CJD Christophorusschulen sowie das zu Grunde liegende Konzept vor. „Auch wenn in der Regel immer vom Skigymnasium gesprochen wird, so sind es doch insgesamt vier verschiedene, staatlich anerkannte und eine genehmigte Schule unter dem Dach der CJD Christophorusschulen mit fast 900 Schülern, die hier ganz regulär zur Schule gehen“, erklärt der Schulleiter dem Präsidenten des Skiverbandes Bayerwald. „An unserem Internat haben wir momentan 115 Plätze, von denen etwa 75 Plätze von Leistungssportlern belegt werden“, ergänzte der Sportkoordinator Christian Scholz.

„Wie alle anderen privaten Schulen finanzieren wir uns auch über die Elternbeiträge sowie über staatliche Zuschüsse. Allerdings haben wir durch das Vorhalten einer entsprechenden Trainingsinfrastruktur sowie durch zusätzliches Lehrpersonal und Sportkoordinatoren entsprechend höhere Kosten“, rechnet Stefan Kantsperger vor. „Um hier zusätzliche Mittel zu bekommen und auch rechtfertigen zu können, müssen wir allerdings auch immer Erfolge vorweisen. Mit Abgängern und Olympiasiegern wie Maria Riesch, Viktoria Rebensburg oder Evi Sachenbacher-Stehle hat man dann natürlich ganz gute Argumente“, ergänzt der Schulleiter. „Das Zertifikat Eliteschule des Sports, das in Bayern nur vier Schulen verliehen wurde, hilft natürlich ungemein, wenn es darum geht, neue Investitionen, wie etwa eine neue Turnhalle oder weitere Internat-Plätze, zu rechtfertigen“.

Auch aus dem Bayerischen Wald kam mit Severin Freund erst jüngst wieder ein Absolvent des Skigymnasiums, der zu den ansehnlichen Erfolgen der CJD Christophorusschulen beigetragen hat. „Es ist natürlich unser Ziel, Talente aus dem Nachwuchsbereich im Bayerischen Wald hierher zu schicken, wo sie an die Elite im Sport herangeführt werden können, aber zugleich die schulische Ausbildung nicht vernachlässigt wird“, beschreibt Skiverbandspräsident Max Gibis seine Intentionen.

Die Vereinbarkeit von Schule und Leistungssport: Das ist so ziemlich die zentrale Aufgabe, die man an den CJD Christophorusschulen in Berchtesgaden zu meistern versucht. „Diese Aufgabe erfordert ein großes Maß an Flexibilität und ist höchst komplex“, erklärt Sportkoordinator Christian Scholz. „Zumeist versuchen wir über Individuallösungen das Beste für jeden einzelnen Schüler in sportlicher sowie in schulischer Hinsicht zu erreichen. Das funktioniert allerdings nur mit sehr großem Verständnis von Seiten der Lehrer für Freistellungen und Fehltage sowie mit Flexibilität bei den Prüfungen und zusätzlichem Sonderunterricht, beispielsweise über elektronische Lehrplattformen. Auch das Engagement und der Wille des Schülers bzw. Sportlers muss unbedingt erkennbar sein, nur so kann am Ende dSkiverbandspräsident Max Gibis an der Eliteschule des Sportsas Ziel eines Schulabschlusses und des Sprunges in den Leistungssport bewältigt werden.“

Bereits seit den 1970er Jahren wird der Fokus des „Skigymnasiums“ in Berchtesgaden auf den Leistungssport gelegt. Waren es zunächst nur zehn Gymnasiasten, die dem Kader des DSV im Bereich Ski Alpin angehörten, so hat sich seitdem das Angebot auf alle Schularten sowie auch auf alle Wintersportarten ausgedehnt. Die Rekrutierung und auch das Training erfolgt allerdings durch die Verbände. „Ein Kaderplatz und eine Empfehlung des regionalen Verbandes sind schon Voraussetzung für eine Aufnahme im Internat“, erklärt Schulleiter Stefan Kantsperger.

 Die CJD-Schulen in Berchtesgaden waren seit jeher auch immer Anlaufstation von Nachwuchstalenten im Wintersport aus dem Verbandsgebiet des Skiverbandes Bayerwald. Auch momentan sind wieder neun Talente aus dem Skiverband Bayerwald am Internat in Berchtesgaden untergebracht. Die bekanntesten unter ihnen sind sicherlich Jonas Stockinger aus Herzogsreut, der in der letzten Saison Jugendolympiasieger in Lillehammer im Ski Alpin wurde sowie Aliah Delia Eichinger aus Reichenberg, die im letzten Winter einen Deutschen Meistertitel im Freeski erringen konnte. „Momentan bauen wir gerade eine Trampolinhalle für das Trocken- Sprungtraining im Freeski. Aliah wartet sicherlich mit am sehnsüchtigsten auf die Fertigstellung dieser Halle“, schmunzelt Sportkoordinator Christian Scholz zum Abschluss.

Skiverbandspräsident Max Gibis konnte sich indessen versichern, dass die Schützlinge aus dem Bayerischen Wald in Berchtesgaden bestens aufgehoben sind und nahm jede Menge wertvoller Erfahrungen mit nach Hause, mit denen auch vor Ort die Rekrutierung von jungen Nachwuchssportlern punktuell verbessert werden kann. „Die Keimzellen des Nachwuchses sind und bleiben die Vereine vor Ort. Hier müssen wir wieder verstärkt ansetzen, um auch weiterhin junge Sportler aus dem Bayerischen Wald an die Weltspitze in ihren Disziplinen heranführen zu können“, so Max Gibis.