"Mehr Wertschätzung für den Pflegeberuf"

MdL Max Gibis informiert sich über die Anliegen der sozialen Dienstleister

2016-04-05

Einen Einblick in die Herausforderungen des Pflegeberufes und die Umsetzung qualitativ hochwertiger Pflegekonzepte erhielt der Landtagsabgeordnete Max Gibis bei seinem Besuch im Haus Schreinermühle, einer Einrichtung der „Dr. Loew – Soziale Dienstleistungen GmbH & Co. KG“, in Kollnburg. Gemeinsam mit der Bürgermeisterin Josefa Schmid besichtigte MdL Max Gibis die in der Gemeinde ansässige Pflegeeinrichtung für geistig behinderte und psychisch erkrankte Menschen und informierte sich in einer Diskussionsrunde mit Heimleiterin Petra Stiedl über die praktischen Erfahrungen und Anliegen im Pflegeberuf.

MdL Max Gibis (v.l.) mit Bürgermeisterin Josef Schmid, Heimleiterin Petra Stiedl und seinem Büroleiter Patrick Zens beim Besuch der „Dr. Loew“ – Einrichtung in Schreinermühle bei Kollnburg.
MdL Max Gibis (v.l.) mit Bürgermeisterin Josefa Schmid, Heimleiterin Petra Stiedl und seinem Büroleiter Patrick Zens beim Besuch der „Dr. Loew“ – Einrichtung in Schreinermühle bei Kollnburg.

Das im Jahre 1968 durch den praktischen Arzt Dr. Fritz Loew sen. gegründete Dienstleistungsunternehmen verfügt heute bayernweit über mehr als 100 dezentrale Einrichtungen mit rund 1.700 Betreuungsplätzen und deckt ein breites Spektrum an Pflegeangeboten ab. In den verschiedenen Häusern der Gruppe werden Menschen mit geistiger Behinderung und psychischen Erkrankungen - Senioren und Jugendliche - in wohnlicher Atmosphäre betreut und gepflegt. „Das Kernanliegen des Firmengründers lag in der Distanzierung von klinischen und psychiatrischen Strukturen sowie der Erschaffung eines Zuhauses für die von der Gesellschaft weitestgehend ausgeschlossenen Menschen mit Intelligenzminderung“, so Einrichtungsleiterin Petra Stiedl zur Philosophie des Unternehmens.

Das Haus Schreinermühle mit seinen zwei Standorten in Kollnburg stellt mit seinen 92 Beschäftigten ein intensives Betreuungsangebot für die dort lebenden Menschen sicher und beherbergt Bewohner aus allen Teilen Deutschlands. „Darüber hinaus ist es einer der größten Arbeitgeber der Gemeinde Kollnburg“, ergänzt Bürgermeisterin Josefa Schmid. „Die Einrichtung untergliedert sich in kleinere Wohngruppen mit Einzel- und Doppelzimmern und Gemeinschaftsräumen und verfügt über bestens ausgestattete Therapieräume“, führt Petra Stiedl weiter aus. Insbesondere vom persönlich-familiären Verhältnis von Pflegekräften und Bewohnern, welches im Rahmen der Besichtigung des Hauses deutlich wurde, zeigte sich MdL Max Gibis sehr beeindruckt.

Beim anschließenden Gedankenaustausch des Abgeordneten mit Heimleiterin Petra Stiedl wurde schnell deutlich, dass dem Thema Pflege größere öffentliche Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte. Dies liegt einerseits in der demographischen Entwicklung sowie dem steigenden Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften im sozialen Bereich begründet, andererseits in der Tatsache, dass eine plötzliche Behinderung oder Pflegebedürftigkeit jeden einzelnen schlagartig treffen könne. „Seit langem bemühe ich mich durch Informationsveranstaltungen und gezielte Aufklärungsarbeit mehr Aufmerksamkeit für die Thematik zu gewinnen und das Ansehen des zweifelsohne fordernden Pflegeberufs zu steigern“, so Petra Stiedl. „Gerade Einrichtungen wie das Haus Schreinermühle können einen wichtigen Beitrag zur thematischen Sensibilisierung sowie der Gewinnung junger Pflegekräfte leisten und damit dem steigenden Fachkräftemangel im sozialen Bereich entgegenwirken“, zeigte sich die Heimleiterin überzeugt.

Auch den angedachten Gesetzesentwurf des Bundes zur generalistischen Pflegeausbildung, welcher die bisher separaten Ausbildungen von Kinderkrankenpflegern, Krankenpflegern und Altenkrankenpflegern zusammenführen sollte, betrachtet Petra Stiedl aufgrund ihrer praktischen Erfahrung als höchst kontraproduktiv. „Eine derartige Ausbildung kann nicht mehr in die Tiefe gehen und steht der Vermittlung zielgruppenorientierter Kenntnisse und Fähigkeiten im Wege“, beklagt sie. Neben der Qualitätsminderung wäre darüber hinaus auch mit einer weiteren Rückläufigkeit der Anzahl von Pflegekräften zu rechnen, da die allumfassende Parallelausbildung in Krankenhäusern, Seniorenheimen und Kinderpflegeeinrichtungen viele potenzielle Auszubildende abschrecken würde. Der Abgeordnete Max Gibis stimmte ihren Bedenken auf ganzer Linie zu und sprach sich ebenfalls für die Beibehaltung der separaten Ausbildungen aus. „Zumindest ab dem zweiten Lehrjahr sehe ich eine spezifische Ausbildung in Anbetracht des letztendlich in den verschiedenen Berufen benötigten Fachwissens als unabdingbar“. MdL Max Gibis versprach, sich im Rahmen der Einflussmöglichkeiten des Bayerischen Landtags dafür einzusetzen, dass am Grundprinzip der separaten Ausbildung in den Pflegeberufen festgehalten und keine vollkommen ganzheitliche Pflegeausbildung etabliert wird.