"Von der Digitalisierung profitieren"

Digitalisierungsgespräch in Waldkirchen - MdL`s Waschler und Gibis tauschen sich mit Experten aus

2015-10-01

Um konkurrenzfähig zu bleiben, müsse der ländliche Raum mit Ballungszentren wie München und Regensburg mithalten können. An oberster Stelle stehe hier ein entsprechender Breitbandausbau – in dieser Sache waren sich die Gesprächsteilnehmer aus den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Medizin und Politik beim Austausch zum 10-Punkte-Programm der Regierung zu den Herausforderungen der Digitalisierung einig. Die Abgeordneten Max Gibis und Dr. Gerhard Waschler hatten gemeinsam mit Max Ertl, dem Kreisvorsitzenden der Mittelstands-Union Freyung-Grafenau, im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wirtschaftsdialog“ zu dem Gespräch in Waldkirchen geladen.

 MdL Max Gibis (l.) beim Digitalisierungsgespräch

 „Wir alle können von der heranrauschenden Digitalisierung profitieren, müssen jedoch die Chancen erkennen und rechtzeitig entsprechende Rahmenbedingungen schaffen“, so MdL Waschler. Ihm und seinem Landtagskollegen war es ein besonderes Anliegen sich den Meinungen von Unternehmern, Vertretern aus dem Bildungsbereich, aber auch dem Medizinsektor entsprechend anzunehmen. „Der Austausch ist wesentlich für unsere Arbeit in München. Wir nehmen die Anregungen sehr ernst, denn wir wollen Bayern in die digitale Zukunft führen“, so auch MdL Gibis.

 In Bayern herrsche das ausgewiesene Ziel, die digitale Infrastruktur flächendeckend auszuweisen. „Alle Gemeinden in unserem Bereich sind in dem entsprechenden Programm und werden bereits erschlossen“, so Gibis. Außerdem sei die digitale Weiterentwicklung in allen gesellschaftlichen Bereichen von Bedeutung – „die Digitalisierung betrifft uns alle und wir sind schon mittendrin und wollen nun die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen“, fordert Gibis die Gesprächsteilnehmer auf, ihre Anregungen einzubringen.

 „Die Mitarbeiter unserer mittelständischen Unternehmen stehen durch den digitalen Wandel großen Herausforderungen gegenüber, hier gilt es vorausschauend Präventivmaßnahmen zu ergreifen und die Kompetenzen der Mitarbeiter weiter zu schulen“, merkt Dr. David Hoeflmayr von der Thomas-Krenn.AG in Freyung an. Auch Schulamtsdirektor Werner Grabl sieht großen Nachholbedarf für den Bildungssektor: „Für uns geht es vor allem um die Medienerziehung für unsere Schüler und die Ausweitung der Mediendidaktik.“

Prof. Dr. Wolfgang Dorner vom Campus Freyung spricht sich vor allem für eine „Regionalisierung der Digitalisierung“ aus: „Was bayernweit gedacht wird, müssen wir regional aus- und weiterführen. Es gilt die Digitalisierung in die Fläche und auf das Land zu bringen.“ Diesem Ansatz schließt sich auch Prof. Dr. Diane Ahrens vom Campus Grafenau an: „Wir müssen vor Ort netzwerken – hinsichtlich der Digitalisierung ist ein dezentrales Konzept dringend erforderlich.“

EIne Diskussionsrunde mit Experten aus Politik und Wirtschaft

Noch fehle jedoch vielerorts die entsprechende Infrastruktur, merkt Wirtschaftsförderer Ralph Heinrich an: „Die Unternehmen warten. Andernorts ist ein kostenloses, flächendeckendes W-Lan-Netz längst selbstverständlich.“ In den Augen von Stefan Proßer, dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Freyung-Grafenau, könnten vorrangig die kommunalen Verwaltungsapparate eine Vorreiterrolle übernehmen, indem sie Daten digital verarbeiten – „wir alle stehen vor der Problematik den Weg vom Analogen in die digitale Welt zu gehen.“ Auch Alois Atzinger von der IHK Freyung-Grafenau geht es darum Standortnachteile so schnell wie möglich abzubauen: „Wir müssen die Region stärken! Wir hängen beim Ausbau der Infrastruktur hinterher. Knapp ein Drittel der Unternehmen sieht einen unzureichenden Breitbandausbau heute als Digitalisierungshürde.“ Existenzgründerberater Michael Hasenberger sieht vor allem in Startup-Unternehmern viel Potential und begrüßt die von den Abgeordneten unterstützte Ansiedlung eines Startup-Gründerzentrums in der Region.

Auch wenn es noch einiges zu tun gebe, sind sich die Abgeordneten einig: „Wir sind grundsätzlich gut aufgestellt und brauchen uns nicht verstecken. Nun gilt es die Impulse aus dem 10-Punkte-Programm der Regierungserklärung rasch und umfassend in der angesprochenen Breite aufzugreifen und umzusetzen“, dankten die Abgeordneten abschließend für den regen und kompetenten Austausch unter den Teilnehmern.