Gespräch zur Nachtmann-Schließung in Frauenau

MdL Max Gibis zum Gespräch beim Bürgermeister Schreiner in Frauenau - Thema: Werkschließung der Firma Nachtmann

2015-06-08

Bürgermeister Herbert Schreiner konnte den Landtagsabgeordneten Max Gibis im Rathaus in Frauenau zu einem Gesprächstermin begrüßen. Die Bekanntgabe der Schließung des Werkes der Firma Nachtmann in Frauenau zum Jahresbeginn 2016 war der Anlass für ein gemeinsames Treffen im Nachgang zu dem bereits geführten Krisengespräch mit Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Staatsminister Helmut Brunner und Nachtmann-Geschäftsführer Alois Kaufmann im Bayerischen Landtag. Vor allem die anstehenden, weiteren Entwicklungen des Geländes im Ortskern in Frauenau waren die vorherrschenden Themen bei dem Gesprächstermin.

 MdL Max Gibis (r.) und Bürgermeister Herbert Schreiner (l.) nach ihrem gemeinsamen Gespräch

Vorweg informierte Bürgermeister Schreiner den Landtagsabgeordneten über die allgemeine Situation der Gemeinde. „Dank eigener Konsolidierungsanstrengungen sowie den Bedarfszuweisungen und Stabilisierungshilfen des Freistaates konnten wir unsere finanzielle Lage stetig verbessern, so dass wir mittlerweile wieder über finanzielle Spielräume verfügen“, so Bürgermeister Herbert Schreiner, „die Schulden wurden in den letzten Jahren mehr als halbiert und somit befinden wir uns wieder in der Lage Investitionen zu tätig. Noch dieses Jahr werden wir rund 450.000 in städtebauliche Maßnahmen im Ortskern investieren, die zu 60 % gefördert werden.“

Anschließend kam Schreiner auf die Hiobsbotschaft zu sprechen, die ihn Anfang Mai erreicht hatte: Die Schließung des Nachtmann-Werkes in Frauenau. Bürgermeister Schreiner erläuterte dem Landtagsabgeordneten Gibis, der bei einem Krisengespräch mit Wirtschaftsministerin Ilse Aigner im Landtag ebenfalls dabei war und somit bereits über die Angelegenheit informiert war, noch einmal die Chronologie der Ereignisse. „Nachdem die endgültige Entscheidung nun gefallen ist und die Firma Nachtmann in Person von Geschäftsführer Alois Kaufmann zu keinen Zugeständnissen mehr bereit ist, sind mir bei der weiteren Vorgehensweise zwei Dinge besonders wichtig“, stellte Bürgermeister Herbert Schreiner heraus.

Zum einen müsse für die Zukunft des Personals Sorge getragen werden. „Neben einem umfangreichen Sozialplan von Seiten des Unternehmens geht es mir vor allem darum, dass die Beschäftigten schnellstmöglich wieder passende Anstellungen finden. Um den Übergang effektiv zu gewährleisten, muss dieser über die ArberlandRegio GmbH, die Wirtschaftsförderer der Landkreise Regen und Freyung-Grafenau sowie über die lokalen Arbeitsämter organisiert werden, da diese Organisationen die dafür benötigten lokalen Arbeitsmarktkenntnisse besitzen“, führte Schreiner aus. MdL Max Gibis pflichtete ihm bei diesem Vorhaben bei und betonte, dass bei der momentanen Arbeitsmarktsituation das Potential durchaus vorhanden sei, das gesamte Personal wieder in Beschäftigung zu bringen. 

  Zum anderen will Bürgermeister Herbert Schreiner und somit die Gemeinde Frauenau bei allen weiteren Entwicklungen, die das Glashüttengelände betreffen, die Fäden in der Hand halten und unter Mithilfe von Fördergeldern des Freistaates einer weiteren gewerblichen Nutzung jeglicher Art überführen. „Es gilt, eine Industriebrache mit 25.000 qm im Ortskern mit allen Mitteln zu verhindern“, betonte Bürgermeister Schreiner. Dazu wird er demnächst Gespräche mit dem Nachtmann-Geschäftsführer Alois Kaufmann bezgl. eines möglichen Erwerbs des Geländes sowie mit der Städtebauförderstelle an der Regierung von Niederbayern bezgl. möglicher Förderungen für diese Vorhaben führen.

MdL Max Gibis versprach seine volle Unterstützung dabei, Fördergelder für die weitere Nutzung des Werksgeländes zu akquirieren. „Unter Ausschöpfung aller Fördermöglichkeiten des Freistaates gilt es nun, das Beste aus der Situation zu machen. Eine weitere gewerbliche Nutzung des Geländes stellt sicherlich die bestmögliche aller Optionen dar.“ Insgesamt zeigte sich Bürgermeister Schreiner sehr zufrieden über die Zusammenarbeit mit allen regionalen Mandatsträger in dieser schwierigen Phase für Frauenau und nutzte die Gelegenheit, sich noch einmal für das Engagement zu bedanken. Er kündigte aber bereits an, dass er mit der Bitte um weitere Unterstützung schon bald wieder auf die Mandatsträger zu gehen wird.