Rund um die Uhr einsatzbereit

Die Landtagsabgeordneten Max Gibis und Dr. Gerhard Waschler informieren sich in der Integrierten Leitstelle (ILS) in Passau

2015-01-29

MdL Max Gibis und MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler haben sich bei einem Besuch in der Integrierten Leitstelle in Passau (ILS) ein Bild von deren Räumlichkeiten gemacht und sich über die Strukturen der Leitstelle informiert. Im Gespräch mit den Geschäftsleitern des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Passau (ZRF), Herrn Bernhard Wagmann und Herrn Werner Mayer, sowie dem Chef der Leitstelle, Sebastian Fehrenbach, erfuhren sie dabei allerlei Interessantes rund um die Integrierte Leistelle. Dabei zeigten sich die beiden Abgeordneten beeindruckt von der Arbeit, die in der Leitstelle geleistet wird.

 MdL Max Gibis und MdL Dr. Gerhard Waschler bei ihrem Besuch in der ILS

 „Die neue Integrierte Leitstelle Passau, unter deren Dach nun auch der Zweckverband, als u.a. Betreiber der Einrichtung untergebracht ist, wurde 2012 nach zweijähriger Bauzeit in Betrieb genommen. Die Baukosten beliefen sich dabei auf rund 5,3 Mio. €, wobei alleine für die moderne Technik drei Mio. € ausgegeben wurden“, betonte der für den Bau verantwortliche Geschäftsleiter Werner Mayer. „Das Projekt wurde dabei mit 3,2 Mio. € durch den Freistaat gefördert, wofür wir auch sehr dankbar sind“, ergänzte er. Mittlerweile arbeiten in der ILS Passau 30 Disponenten in Vollzeit in 12-Stunden-Schichten und 24 Teilzeitkräfte. „Dabei sind je nach benötigtem Personal in der Regel zwischen drei und sechs Disponenten gleichzeitig im Einsatz“, erklärt der Chef der Leitstelle Sebastian Fehrenbach. „In Krisenzeiten, wie zuletzt beim Hochwasser im Jahr 2013, ist die Leitstelle voll besetzt und arbeitet mit 14 Disponenten an ihrer Kapazitätsgrenze.“ Dass die Angestellten der Leitstelle immer ausgelastet sind, beweisen eindrucksvoll die Einsatzzahlen. Rund 200.000 Anrufe gehen jährlich bei der ILS Passau ein. Durchschnittlich resultieren daraus zwischen 70.000 und 80.000 Rettungseinsätze sowie in etwa 5.000 bis 7.000 Feuerwehreinsätze pro Jahr.

Werner Mayer ging anschließend darauf ein, warum der Neubau überhaupt nötig wurde, obwohl für Außenstehende kaum ein Unterschied erkennbar ist. „Die Struktur hinter der Notrufnummer „112“ hat sich verändert. Die Alarmierung der Feuerwehr und des Rettungsdienstes findet jetzt von einer gemeinsamen Zentrale aus statt, was einen reibungslosen Ablauf ermöglicht, weil die Integrierte Leitstelle ständig über alle Vorgänge informiert ist. Durch die zentrale Koordination wird ein schnelles Handeln sichergestellt. Diese Optimierung kann im Ernstfall auch Leben retten.“

Das Einzugsgebiet der optimierten Leitstelle erstreckt sich nach wie vor über die Landkreise Freyung-Grafenau, Passau und Rottal Inn, sowie die Stadt Passau und ist damit flächenmäßig eines der größten Leitstellengebiete in Bayern. „Es gibt insgesamt 26 solcher Integrierten Leistellen im Freistaat. Um bei einem Ausfall einer Leistelle dennoch eine Notfallversorgung koordinieren zu können, hat jede Leistelle einen Partner, der im Bedarfsfall die Aufgaben des anderen mit übernehmen kann“, so Sebastian Fehrenbach, „unsere Partnerleitstelle ist Traunstein, weil sie ein ähnliches Anforderungsprofil besitzt.“ Eigentlich erscheint ein solcher Ausfall jedoch so gut wie unmöglich, da die ILS durch doppelte Telefonleitungen, Notstromaggregate und Batterien, die den Betrieb 12 Stunden notversorgen können, bestens abgesichert ist. MdL Dr. Gerhard Waschler und MdL Max Gibis fanden lobende Worte für die Sicherheitsmaßnahmen sowie für die neue Strukturierung der Leitstelle.

Zur rettungsdienstlichen Versorgungsstruktur im Rettungsdienstbereich ergänzte Bernhard Wagmann noch, dass es im Einzugsgebiet der ILS demnächst auch zu Veränderungen kommen wird. Die Versorgung ist in den Augen des Gesetzgebers dann ausreichend, wenn alle Gemeindeteile im Versorgungsgebiet einer Rettungswache in 80 Prozent der Fälle in einer Fahrzeit von 12 Minuten durch eine qualifiziertes Rettungsmittel erreicht werden. Um diese vorgeschriebene Hilfsfrist einhalten zu können, werden im Landkreis Freyung-Grafenau in Annathal bei Mauth, in Fürstenzell im Landkreis Passau sowie in Tann im Landkreis Rottal Inn zusätzliche neue Stellplätze errichtet. Um darüber hinaus auch bei Großschadenslagen mit rd. 50 Verletzten gut aufgestellt zu sein ist es weiter erforderlich, dass weitere, ehrenamtlich besetzte Rettungsfahrzeuge bereit gehalten werden, um so innerhalb einer Stunde mit den erforderlichen 18 Rettungswägen am Unglücksort zu sein“. Zusätzlich sind dieses Jahr auch noch neue Investitionen in die Ausrüstung nötig, weil auf Digitalfunk umgestellt wird. Für die 3500 neuen Digitalfunkgeräte, die die 390 Feuerwehren im Einzugsgebiet benötigen, sowie den Anbau an die Leistelle für die zugehörige Technik sind erneut Investitionen in Höhe von 530.000 € nötig, so Werner Mayer.

Am Ende des Gesprächs baten die Geschäftsleiter des Zweckverbandes sowie der Leitstellenchef die beiden Abgeordneten noch bei ein paar Angelegenheiten um Unterstützung. Wegen den durch das Hochwasser 2013 bedingten zusätzlichen 3200 Feuerwehreinsätzen innerhalb von 10 Tagen ist die Berechnungsgrundlage für die Vergütung durch die Krankenkassen in Schieflage geraten. „Dadurch erhalten wir voraussichtlich 200.000 € weniger von den Krankenkassen, die dann der Zweckverband aufbringen müsste“, so Bernhard Wagmann. „Außerdem wird das Hochwasserjahr 2013 auch noch als Grundlage für die Refinanzierung des Neubaus herangezogen, so dass hier noch weiteres Ungemach droht“. Leitstellenleiter Sebastian Fehrenbach wies die Landtagsabgeordneten noch auf eine weitere Aufgabe hin, die es seitens der Politik anzupacken gilt. „In den Leitstellen in ganz Bayern fehlt es an Nachwuchs, weil es keinen eigenen Ausbildungszweig gibt und somit immer diverse Schulungen nötig sind, um den Beruf ausüben zu dürfen. In spätestens fünf bis sechs Jahren brauchen wir ein neues Berufsbild, weil eine dann anstehende Pensionierungswelle viele Stellen frei werden lässt.“

Die MdL´s Max Gibis und Prof. Dr. Gerhard Waschler versprachen sich für die Anliegen der ILS einzusetzen und Lösungen für die angesprochenen Probleme zu finden. Insgesamt hatten die beiden Landtagsabgeordneten nur lobende Worte für die Integrierte Leistelle und ihr Personal übrig und zeigten sich vor allem darüber erfreut, dass die ILS Passau zu jeder Zeit einen reibungslosen Ablauf bei Notfällen aller Art gewährleistet.