"Die Talsohle ist schon lange durchschritten"

MdL Max Gibis zum Gespräch bei Bürgermeister Behringer in Thurmansbang

2015-01-16

„Die Talsohle ist schon lange durchschritten“, so kommentierte Bürgermeister Martin Behringer die Frage des Landtagsabgeordneten Max Gibis nach der aktuellen Situation der Gemeinde bei dessen Informationsbesuch in Thurmansbang. „Diesen Eindruck gewinne ich bei fast allen meinen Besuchen in unseren Bayerwaldkommunen und bei Gesprächen mit den jeweiligen Bürgermeistern“, so die Antwort des Landtagsabgeordneten. 

 MdL Max Gibis und Bürgermeister Martin Behringer im Gespräch

 „Obwohl die Gemeinde Thurmansbang aufgrund seiner geographischen Ausdehnung und seiner besonderen Situation stets vor großen Herausforderungen, die mit großem finanziellen Aufwand verbunden sind, steht, stellt sich die Situation viel freundlicher dar als noch vor acht, neun Jahren“, blickte Bürgermeister Behringer optimistisch in die Zukunft der Gemeinde. In den letzten Jahren konnten in der 2.400 Einwohner-Gemeinde, von denen rund 1.000 im Hauptort Thurmansbang wohnen, etwa 400.000 Euro an Schulden zurückgezahlt werden. Nach geburtenschwächeren Jahrgängen erblickten im Jahr 2014 in Thurmansbang sogar wieder 18 Kinder das Licht der Welt. Somit können hoffentlich die sechs Klassen an der Grund- und Mittelschule gehalten werden. „Auch Grundstücks- und Häuserverkäufe sind in den letzten Jahren wieder angestiegen“, berichtet der Bürgermeister dem Landtagsabgeordneten.

 Allerdings hat Thurmansbang wegen seiner geographischen Ausdehnung auch vergleichbar hohe, laufende Kosten. „Wir müssen insgesamt vier Feuerwehren und fünf Kläranlagen unterhalten“, so Bürgermeister Behringer. Deshalb forderte er vom Landtagsabgeordneten Max Gibis, dass der Freistaat solchen Gemeinden mit hohen laufenden Kosten aufgrund der geographischen Situation und mit einer schlechten demographischen Prognose helfend unter die Arme greift. So könnte beispielsweise Thurmansbang die bald anstehenden Sanierungen der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsanlagen kaum alleine stemmen und sei ausschließlich auf Gebühren und Verbesserungsbeiträge angewiesen. MdL Max Gibis verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass im Bayerischen Landtag gerade ein Vorschlag diskutiert werde, wonach Gemeinden im Rahmen einer Härtefallregelung finanzielle Unterstützung bei der Sanierung der Wasser- und Abwasseranlagen erhalten könnten. 

 Der Landtagsabgeordnete Max Gibis erkundigte sich im Laufe des Gespräches noch bei Bürgermeister Behringer über den Stand des Breitbandausbaus in Thurmansbang. „Trotz des riesigen Erschließungsgebietes von Solla im Norden der Gemeinde bis Thanberg im Süden der Gemeinde werden wir nach Abschluss der momentanen Ausbauarbeiten, die im Zuge des neuen Breitbandförderprogramms der Bayerischen Staatsregierung gestartet worden sind, das gesamte Gemeindegebiet mit Hochgeschwindigkeitsinternet versorgen können. MdL Max Gibis lobte das Vorgehen von Martin Behringer ausdrücklich, der als einer der ersten Bürgermeister überhaupt einen Förderbescheid für den Breitbandausbau in München abholen und deshalb auch bereits mit den Bauarbeiten beginnen konnte.

 Am Ende waren sich sowohl MdL Max Gibis und Bürgermeister Martin Behringer einig, dass es die Hauptaufgabe der einzelnen Gemeinden und auch der gesamten Region sei, das Image des Bayerischen Waldes zu verbessern und sowohl den Unternehmen als auch den Bürgerinnen und Bürgern klar zu machen, welche Standortvorteile die Region bietet. „Nur wenn wir es in die Köpfe der Menschen bringen, dass der Bayerische Wald gute Arbeitsplätze und ein attraktives Lebensumfeld bietet, können wir uns zukunftsfähig aufstellen“, so der Landtagsabgeordnete Max Gibis.