Weichenstellungen an den Technologie-Campi

MdL Max Gibis und Professor Dorner beraten über Konzepte zur Grundfinanzierung

2014-03-21

Landtagsabgeordneter Max Gibis nahm das Auslaufen der fünfjährigen Anschubfinanzierung des Technologie-Campus in Freyung zum Anlass für ein Gespräch mit den beiden Leitern des Campus Professor Dr. Wolfgang Dorner und Karl Kreuß. Neben dem Campus in Teisnach im Landkreis Regen war der Technologie-Campus in Freyung als Einrichtung der Technischen Hochschule Deggendorf einer der Pilot-Campi im Bayerischen Wald. Dementsprechend ist der Campus in Freyung nun auch einer der Ersten, dessen Anschubfinanzierung durch den Freistaat Bayern ausläuft und bei dem nun die Weichen für die Zeit danach gestellt werden müssen.

 (v.l.) Der wissenschaftliche Leiter des Campus in Freyung, Prof. Dr. Wolfgang Dorner, Vizepräsident für Forschung und Technologietransfer an der TH Deggendorf Prof. Dr. Andreas Grzemba, Landtagsabgeordneter Max Gibis und operativer Leiter des Technologiecampus Karl Kreuß.

Zunächst einmal informierten Professor Dorner und Herr Kreuß sowie der Vizepräsident für Forschung und Technologietransfer an der Technischen Hochschule Deggendorf Prof. Dr. Andreas Grzemba den Abgeordneten Max Gibis über den aktuellen Ist-Stand am Campus. So hat sich die Hochschuleinrichtung in Freyung weit über den anfänglichen Erwartungen entwickelt und aus den nach fünf Jahren vorgesehen 12-15 Mitarbeitern sind mittlerweile knapp 40 Mitarbeiter geworden. Außerdem requirierte der Campus in Freyung bisher weit mehr Projektaufträge von Unternehmen als ursprünglich erwartet wurde, so sind die Auftragsbücher bis Mitte des Jahres 2015 gefüllt.

Die Technologie-Campi wurden mit der Zielsetzung gegründet, mit Unternehmen aus der Region gemeinsam anwendungsorientiert Projekte durchzuführen, dadurch Fördermittel einzuwerben und somit als Impulsgeber für die heimische Wirtschaft private wie öffentliche Investitionen, Firmenansiedelungen und darüber hinaus auch strukturelle Erneuerungen auszulösen. Anders als bei vollständig von Unternehmen finanzierten Projekten, muss der Technologie Campus bei öffentlich geförderten Projekten, die zu einer Vielzahl an positiven Effekten in der regionalen Entwicklung führen, umfangreiche Kosten selbst tragen. Laufende Kosten, wie Raummiete, Internetanschluss und Arbeitsplätze von Mitarbeitern werden im Gegensatz zu reinen Personal- und Materialkosten durch viele Förderprogramme nicht abgedeckt. An Universitäten und den Forschungseinrichtungen in den Ballungsräumen gibt es hierzu eine staatliche Grundfinanzierung, die aber dem Campus grundsätzlich fehlt. Diese nicht durch Förderprojekte abgedeckten Kosten wurden bisher durch die Anschubfinanzierung abgedeckt. Die Umsetzung von Forschungsprojekten mit Unternehmen als eines der wichtigsten Ziele des Campus und für die regionale Wirtschaft erfordert somit die Grundfinanzierung, da sonst die Firmen die Möglichkeit verlieren, an wichtigen Förderprogrammen für Forschung- und Entwicklung mit dem Campus zusammen teilnehmen zu können.

Zu diesem Zwecke hatte der Landtagsabgeordnete Max Gibis das Gespräch mit den Verantwortlichen des Technologie Campus gesucht. Gemeinsam beriet man über Konzepte zur Grundfinanzierung des Campus in Freyung, aber auch aller anderen Technologie-Campi. „Wenn es eine Regelung von staatlicher Seite für eine Grundfinanzierung geben wird, so muss diese Regelung für alle Einrichtungen dieser Art gelten“, so MdL Max Gibis, „denkbar ist allerdings einen individuelle Übergangslösung für den Campus in Freyung bis ein Finanzierungskonzept für alle Technologie-Standorte gefunden wurde, so dass die Verantwortlichen in Freyung zumindest Planungssicherheit über das Jahr 2014 hinaus haben“.

Professor Dorner konnte Herrn Gibis bereits ein eigens erarbeitetes Konzept zur Grundfinanzierung aller Technologie-Campi in ganz Bayern präsentieren,  in dem die Campus-Standorte durch eine neuartige Struktur als Knotenpunkte für Angewandte Forschung und Entwicklung, Innovationsmanagement bzw. Technologieförderungen zu wichtigen Impulsgebern für neue Firmenansiedlungen, neue Arbeitsplätze und mehr Wachstum werden. Das spannende Konzept sieht eine europaweit einmalige Struktur vor, die Synergieeffekte und Markenvorteile bietet.

MdL Max Gibis zeigte sich von dem Konzept begeistert. „Ich bin sicher, dass es irgendeine Regelung zur Grundfinanzierung der Technologie-Campi von staatlicher Seite geben wird, wieso sollte man die Campi also nicht gleich in ein tragfähiges Konzept mit vielen positiven Impulsen für den ländlichen Raum einbetten“, so der Abgeordnete. Gibis versprach, zeitnah in München das Gespräch mit dem bayerischen Finanz- und Heimatminister Markus Söder zu suchen, um ihm das Konzept vorzustellen.