Zukunft der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum

Fachgespräch mit Staatsministerin Melanie Huml zur Zukunft der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum

2014-03-06

Die bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege Melanie Huml ist der Einladung des Landtagsabgeordneten Max Gibis zu einem Fachärztegespräch mit den Vertretern der Haus- und Fachärzte im Landkreise Freyung-Grafenau und den Verantwortlichen der Klinken "Am Goldenen Steig" gefolgt. Im Bürgerhaus in Waldkirchen durfte  der 1. Bürgermeister Josef Höppler neben MdL Max Gibis und den Einladenden, Landrat Ludwig Lankl und Kliniken- Geschäftsführer Helmut Denk, auch noch Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich und den Landratskandidaten der CSU, Sebastian Gruber begrüßen. Zahlreiche anwesende Haus- und Fachärzte sowie Vertreter des Klinikpersonals der Kliniken "Am Goldenen Steig" verfolgten gespannt die Ausführungen der Staatsministerin zur Situation der Ätzte im ländlichen Raum und sorgten im Anschluss mit etlichen spannenden Fragen für eine lebhafte Diskussion.

 

Staatsministerin Melanie Huml (mitte) im Gespräch mit (v.l) Bürgermeister Josef Höppler, MdL Max Gibis, Landratskandidat Sebastian Gruber, Landrat Ludwig Lankl und Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich

 

Staatsministerin Melanie Huml betonte bereits zu Beginn, dass die medizinische Versorgung ein zentraler Parameter für gleichwertige Lebensbedingungen in Bayern sei und dass es das oberste Ziel sei, eine flächendeckende, wohnortnahe und bedarfsgerechte medizinische Versorgung - ambulant wie stationär - sicherzustellen. Die momentane Versorgungssituation mit Haus- und Fachätzten in Bayern bezeichnete Frau Huml als "sehr gut". "Auch im Landkreis Freyung-Grafenau ist die fachärztliche Versorgung von Regel- und Überversorgung geprägt", so die Staatsministerin.

MdL Max Gibis wies allerdings darauf hin, dass ein Drittel aller im Landkreis niedergelassenen Ärzte bereits über 60 Jahre alt seien. Somit gilt es bereits jetzt, die Weichen zu stellen, auch in Zukunft eine hochwertige, flächendeckende ärztliche Versorgung im Landkreis Freyung- Grafenau und anderen ländlichen Regionen aufrecht zu erhalten und punktuell weiter zu verbessern. Dazu wurden bereits im Koalitionsvertrag konkrete Maßnahmen beschlossen, um die Anreize für Ärzte für eine Niederlassung in unterversorgten Gebieten zu verbessern, denn die dort niedergelassenen Hausärzte stellen das Fundament der medizinischen Versorgung dar.

Aber auch die bayerische Staatsregierung selbst nimmt Geld in die Hand, um die medizinische Versorgungslandschaft zu stärken, vor allem im ländlichen Raum. "Dazu haben wir ein Förderprogramm mit einem Volumen von mehr als 15 Millionen Euro aufgelegt", berichtet Staatsministerin Melanie Huml. "Dabei werden innovative medizinische Versorgungskonzepte mit bis zu 200.000 Euro gefördert. Studierende, die bereit sind, ihre Facharztausbildung auf dem Land zu absolvieren und danach fünf Jahre dort tätig sind, erhalten 300 Euro pro Monat für maximal vier Jahre und vor allem werden Niederlassungen von Hausärzten in unterversorgten Gemeinden mit 60.000 Euro bzw. 15.000 Euro bei Filialbildung gefördert".

"Die bisherigen Ergebnisse des Förderprogramms können sich durchaus sehen lassen", so Melanie Huml. Die Staatsministerin berichtete, dass bereits 52 Medizinstudenten bei diesem Stipendienprogramm mitgemacht hätten und eine davon sich sogar in Grafenau angesiedelt hätte. Außerdem konnten bisher bereits 65 Niederlassungen von Hausärzten, darunter auch eine Praxis in Neureichenau, gefördert werden. 

Auf Nachfrage der anwesenden Verantwortlichen der Kliniken "Am Goldenen Steig" kam die Staatsministerin auch auf die Krankenhausversorgung in ländlichen Regionen zu sprechen. Ein ausreichendes, flächendeckendes Netz an leistungsfähigen Kliniken sei seit jeher ein zentrales bayerisches Anliegen, so die Staatsministerin. "Aber auch hier darf man sich keine Verschnaufpause gönnen und muss durch ständige Investitionen in Gebäude, Medizintechnik und Infrastruktur Schritt halten, um den bayerischen Kliniken Zukunftspotentiale zu eröffnen."

Mit 290 Einzelmaßnahmen in den Jahren 2000 bis 2013 mit einem Volumen von über drei Milliarden Euro liegt Bayern im Ländervergleich an der Spitze der Investitionen in die Krankenhausversorgung. Alleine in die Kliniken "Am Goldenen Steig" sind in den letzten drei Jahrzehnten rund 85 Millionen Euro geflossen, über 55 Millionen alleine in Baumaßnahmen. Auch dank der Beibehaltung des Krankenhausförderetats auf dem Niveau von 500 Millionen Euro pro Jahr beim kommunalen Finanzausgleich kann Bayern momentan mit einem verlässlichen Versorgungsniveau für die Menschen in allen Regionen aufwarten.

Nun gilt es trotz der Herausforderungen der Zukunft, wie etwa der demografischen Entwicklung im ländlichen Raum, die qualitativ hochwertige medizinische Versorgung in Bayern zu erhalten und mit innovativen Konzepten, wie der Idee einer Gesundheitsregion, ein Markenzeichen für die Region Bayerischer Wald zu entwickeln und die Zukunftspotentiale der Gesundheitsbranche auszuschöpfen.