Polizeiliche Kriminalstatistik 2016: "In Bayern leben, heißt sicherer leben"

Polizeiliche Kriminalstatistik für Bayern für das Jahr 2016 veröffentlicht

2017-03-22

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat die Polizeiliche Kriminalstatistik für Bayern für das Jahr 2016 dem Innenausschuss des Bayerischen Landtages, dem u.a. der Abgeordnete Max Gibis angehört, vorgestellt. Trotz eines leichten Kriminalitätsanstieges hat Bayern eine sehr niedrige Kriminalitätsrate. "In Bayern leben, heißt sicher leben", betonte der bayerische Innenminister bei seiner Vorstellung. Außerdem kündigte er an, die bayerische Polizei in Zukunft weiter zu verstärken. So sollen bis ins Jahr 2020 insgesamt 2.000 zusätzliche Polizeistellen entstehen. Außerdem wird die Schutzausstattung sowie die Ausrüstung der Polizei verbessert, die Observationseinheiten werden aufgestockt und die polizeiliche Videoüberwachung ausgedehnt.

Insgesamt ist die Zahl der Straftaten in Bayern leicht angestiegen. Gleichzeitig konnte die bayerische Polizei die bundesweit vergleichsweise hohe Aufklärungsquote weiter verbessern. Rückgänge gab es in Bayern vor allem im Bereich der Diebstahlsdelikte. Erhöht haben sich im Gegenzug dazu die Rauschgiftdelikte. "Dies sei allerdings vor allem auf die vermehrten und intensiveren Polizeikontrollen in diesem Bereich zurückzuführen", erklärte MdL Max Gibis nach der Vorstellung der Zahlen. "Insgesamt leisten die bayerischen Polizistinnen und Polizisten ausgezeichnete Arbeit. Sie haben erheblichen Anteil an der guten Sicherheitslage in Bayern."

Bereinigt um die Zahl der rein ausländerrechtlichen Verstöße, wie illegale Einreise, stieg im Jahr 2016 die Zahl der in Bayern registrierten Straftaten um 3,3 % auf 614.250 Fälle. Die bereinigte Häufigkeitszahl, also die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner, stieg um 2,1 % auf 4.785 an. "Das ist ein sehr niedriger Wert", merkte der Abgeordnete Max Gibis an. "Vor nur 10 Jahren lag der Wert etwa 8 % höher." Die Aufklärungsquote, die Kennziffer für gute Polizeiarbeit, konnte im Jahr 2016 erneut um 0,9 Prozentpunkte auf 63,7 % gesteigert werden. "Damit klärt die bayerische Polizei fast zwei Drittel aller Straftaten auf. Das ist ein hervorragendes Ergebnis", so MdL Max Gibis.

Weiterhin besorgniserregend ist dahingegen die Entwicklung der Kriminalität von nichtdeutschen Tatverdächtigen. Im zurückliegenden Jahr waren von den insgesamt knapp 275.000 Tatverdächtigen etwa 180.000 Deutsche und fast 95.000 Nicht-Deutsche (+14,7 %). "Hier spielt insbesondere der Anteil tatverdächtiger Zuwanderer eine wichtige Rolle", erläutert Max Gibis. "Letztendlich ist der leichte Anstieg der Kriminalität in Bayern im Jahr 2016 im Ergebnis ganz überwiegend ausländischen Tatverdächtigen, darunter insbesondere Zuwanderer, zuzuschreiben.

Positiv ist hingegen der Rückgang der Fallzahlen bei den Diebstahlsdelikten um fast 5.000 Fälle auf rund 180.000 Delikte. Allerdings stieg der dabei entstandene Gesamtschaden auf etwa 206 Mio. Euro. "Das deutet darauf hin, dass die Täter immer professioneller vorgehen und insgesamt immer höherwertigere Beute machen", so der MdL. Erfreut nahm der Abgeordnete auch zur Kenntnis, dass das bayerische Maßnahmenkonzept gegen Wohnungseinbrecher auch 2016 besonders erfolgreich war. "Bereits 2015 hatten wir einen deutlichen Rückgang der Einbruchszahlen um knapp 9 % auf 7.480 Delikte", gab der bayerische Innenminister Joachim Herrmann bei der Vorstellung der Zahlen bekannt. "Dieses Niveau konnten wir auch im Jahr 2016 halten." Es gab 58 Einbrüche pro 100.000 Einwohner. Damit war das Einbruchsrisiko in Bayern - wie auch schon im Vorjahr - am niedrigsten. Die Aufklärungsquote lag bei 18,9 % und stieg um rund 3 % an.

Beim Thema Gewaltkriminalität hingegen gab es im Jahr 2016 einen Anstieg um fast 10 % auf über 21.000 Fälle. "Hier hat die bayerische Polizei allerdings auch eine Aufklärungsquote von fast 85 %, so dass die allermeisten Gewalttäter auch gefasst werden", sah MdL Max Gibis diese Zahlen gelassen. Auffällig ist auch die Zahl der durch Zuwanderer begangenen Gewaltdelikte. Diese stieg um 93 % auf 3.495 Fälle an. Der Tatort lag dabei zu fast 60 % innerhalb von Asylunterkünften.

Insgesamt führte der bayerische Innenminister den bayernweiten Anstieg der registrierten Straftaten auch auf die noch intensiveren Rauschgiftkontrollen im Jahr 2016 zurück. "Mit fast 50.000 Rauschgiftdelikten gelang es den Fahndern, fast 8.000 Fälle mehr als noch im Jahr 2015 aufzudecken", bestätigte MdL Max Gibis. Auch hier lag die Zahl der tatverdächtigen Zuwanderer um 100 % höher als im Vorjahr. Durch Maßnahmen wie dem im Januar 2017 in Kraft getretenen Bayerischen Integrationsgesetz wurden der bayerischen Polizei die Kontrollen im Umfeld von Asylbewerberunterkünften bereits erleichtert.

Noch mehr Informationen und Statistiken zur Polizeilichen Kriminalstatistik für Bayern 2016 finden Sie unter https://www.stmi.bayern.de/assets/stmi/med/aktuell/pks2016.pdf.