Modelldorf für das Projekt "eDorf" gesucht

Wettbewerbsverfahren zum Modelldorf gestartet - mit Digitalisierung den ländlichen Raum stärken

2016-07-22

"Die Chancen, die die Digitalisierung bietet, aufgreifen und nutzen, um das Leben im ländlichen Raum attraktiver und angenehmer zu gestalten", so bezeichnet der Landtagsabgeordnete Max Gibis die Zielsetzungen des Projektes "eDorf", das von Experten am Technologiecampus Grafenau der TH Deggendorf unter Federführung von Frau Professorin Dr. Diane Ahrens erarbeitet wurde. Das Projekt genießt mittlerweile die Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung und mehrere Ministerien begleiten die Entwicklung des "eDorfes". Als erster Schritt steht nun die Auswahl von zwei Modelldörfern - eines in Nordbayern und eines in Südbayern - an. Seit kurzem läuft dazu das Bewerbungsverfahren.

 Bewerben können sich alle Gemeinden oder Gemeindeverbünde aus den Räumen mit besonderem Handlungsbedarf in Bayern zwischen 2.000 und 12.000 Einwohnern. "Damit wird sichergestellt, dass auch eine modellhafte Kommune aus dem ländlichen Raum zum Zuge kommt, die später als Musterbeispiel genommen werden kann. Schließlich soll in dem Modelldorf erprobt werden, wie die Versorgung im ländlichen Raum mit Hilfe von neuen Informations- und Kommunikationstechnologien unterstützt werden kann", so MdL Max Gibis. In einem zweistufigen Wettbewerbsverfahren werden bis Ende November zwei Modelldörfer von einer Jury ausgewählt. "Letztendlich steht bei dem Projekt die Förderung der Digitalisierung im ländlichen Raum im Mittelpunkt", erklärt der Abgeordnete Gibis. "Gerade Regionen, die stark vom demographischen Wandel und Abwanderung betroffen sind, können durch digitale Angebote ihre Attraktivität wieder erheblich steigern."

Das bayerische Kabinett hatte sich bereits im Frühjahr diesen Jahres zum ersten Mal mit dem Projekt "eDorf" beschäftigt und schon damals wurde in Aussicht gestellt, dass eines der beiden Modelldörfer aus dem Bayerischen Wald kommen könnte. MdL Max Gibis sieht darin eine große Chance für den Bayerischen Wald. "Die Digitalisierung kann helfen, die Zukunftsfähigkeit unserer Heimat zu sichern. Durch das Projekt eDorf können wir Ideen sammeln, wie den Herausforderungen des strukturschwachen ländlichen Raumes mit Hilfe neuer Technologien begegnet werden kann".

Die Umsetzung eines Projektes wie dem "eDorf" stellt eine vielfältige Aufgabe dar. Zunächst einmal hat die TH Deggendorf zusammen mit den regionalen Entscheidungsträgern die Herausforderungen des ländlichen Raumes herausgearbeitet und die Lösungsansätze in neun Themenfeldern, wie etwa digitales Arbeiten, Mobilität, Telemedizin und -pflege oder elektronisches Lernen kategorisiert. Im Wettbewerbsverfahren sollen nun die Gemeinden selber Lösungsansätze erarbeiten, welche in ihren Kommunen umsetzbar sind und von den Bürgern vor Ort auch als sinnvoll erachtet werden. Dabei sollen die Maßnahmen zusammenhängend sein und mindestens drei Themenfelder abdecken. "Ziel des Modelldorfes soll es schon sein, Synergieeffekte zu finden, die so später auch auf andere Kommunen übertragen werden können", so Gibis.

Bereits heute arbeiten zahlreiche Kommunen engagiert an der Lösung der demographischen Herausforderungen des ländlichen Raumes und nutzen dabei die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung. "Hier liegt es auf der Hand, diesen Kommunen eine Hilfe an die Hand zu geben. So kann jeder der beiden Modelldörfer in einem ersten Umsetzungszeitraum ab Frühjahr 2017 bis Mitte 2018 bis zu 2 Millionen Euro erhalten", so Gibis.

Einzigartig ist auch der integrierte Ansatz des Projektes. Nach Möglichkeit sollen digitale Lösungen in Kombination mit physischen Angeboten, z.B. einem Telearbeitszentrum mit integrierter Kinderbetreuung und Tagespflege im Dorfzentrum angeboten werden. Außerdem soll es anstatt isolierter Ansätze eine integrierte Webplattform geben, die einen benutzerfreundlichen Zugang zu unterschiedlichsten Angeboten vom Einkaufsbus, über Lieferdienste bis zur virtuellen Arztsprechstunde bietet. Ziel ist es, sämtliche Lebensbereiche im "eDorf" abzudecken.

"Ich sehe darin eine echte Chance für den ländlichen Raum, seinen Herausforderungen zielführend entgegenzutreten und unsere Heimat attraktiver und zukunftsfähiger aufzustellen. Über zahlreiche Bewerbungen von Bayerwaldgemeinden würde ich mich sehr freuen", betonte der Abgeordnete Max Gibis.

Mehr Infos zum Wettbewerbsverfahren sowie die einzelnen Themenfelder und konkrete Beispiele dazu findet Ihr unter: http://edorf.bayern/