Heimatbericht 2015: Ländlicher Raum boomt

Ländlicher Raum kann mit den Metropolen bei der Entwicklung Schritt halten

2016-07-06

Der bayerische Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder hat den Heimatbericht des Jahres 2015 offiziell vorgestellt. Das Fazit: Bayern ist kein Land der zwei Geschwindigkeiten mehr. Der ländliche Raum kann mit den Verdichtungsräumen mithalten und verzeichnet teilweise größere Zuwächse bei Bevölkerung und Arbeitsplätzen als die Metropolregionen. Die Bevölkerungsentwicklung war in den letzten vier Jahren jeweils positiv und auch die Wirtschaft im ländlichen Raum boomt. Nahezu jeder zweite Arbeitsplatz in den letzten 10 Jahren ist im ländlichen Raum entstanden. "Der Freistaat hat die Weichen richtig gestellt. Investitionen, Innovationen und Infrastruktur im ländlichen Raum wurden nachhaltig gestärkt", betont MdL Max Gibis. "Der ländliche Raum ist Heimat für immer mehr Menschen in Bayern. Seine Zukunftssicherung bleibt die Daueraufgabe der bayerischen Staatsregierung".

Die markanteste Erkenntnis des neuen Heimatberichtes ist die Tatsache, dass die Bevölkerung im ländlichen Raum im vierten Jahr in Folge durch mehr Zuzüge als Fortzüge um fast 50.000 Menschen gewachsen ist. Dabei war der prozentuale Zuwachs der Bevölkerung im ländlichen Raum sogar höher als der Zuwachs in den Verdichtungsräumen. Sogar im Raum mit besonderem Handlungsbedarf ist die Bevölkerungsentwicklung seit 2014 erstmals positiv. Ein Zuwachs von rund 11.000 Menschen spiegelt auch wieder, dass sich die wirtschaftliche Situation sowie der Arbeitsmarkt in diesen Räumen stark verbessert haben. Auch alle Regierungsbezirke in Bayern hatten im Jahr 2014 ein positives Wanderungssaldo. Insgesamt leben über 7 Mio. Menschen der 12,7 Mio. Menschen im Freistaat in den ländlichen Räumen.

Außerdem gibt es im ländlichen Raum wieder mehr Kinder. Mehr als jedes zweite Neugeborene in Bayern ist ein "Kind des ländlichen Raumes". Dabei stieg die Zahl der Geburten um 4,1% an, so dass 2014 fast 60.000 Kinder im ländlichen Raum geboren wurden. So konnte sich auch die Differenz aus Geburten- und Sterbefällen weiter deutlich reduzieren. Bereits seit 2011 verzeichnet der ländliche Raum wieder steigende Geburtenzahlen. Bayernweit liegt die Differenz von Geburten- und Sterbefällen lediglich noch bei 10.000 Menschen.

Darüber hinaus bleibt der ländliche Raum ein attraktiver Wohnort. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat sich im ländlichen Raum weiter deutlich verbessert. Dies liegt vor allem daran, dass neben den verbesserten Erwerbschancen die Infrastruktur an Kindergärten, Grundschulen oder Ärzten vor Ort attraktiver geworden ist. Die Betreuungsquote stieg zuletzt deutlich an, die Zahl der Grundschulen blieb trotz sinkender Schülerzahlen stabil und der Freistaat konnte seit 2012 insgesamt 192 Niederlassungen von Ärzten im ländlichen Raum fördern. Über Städtebauförderungen und Dorferneuerungen wurden die bayerischen Kommunen im letzten Jahr mit 184 Mio. Euro unterstützt.

Generell hat der Freistaat in den letzten Jahren die kommunalen Finanzen und die Investitionen im ländlichen Raum gestärkt. Mit 8,2 Mrd. Euro nahm der Kommunale Finanzausgleich im Jahr 2015 einen neuen Rekordwert ein. Davon profitierte in besonderem Maße der ländliche Raum. Über 2,2 Mrd. Euro der Schlüsselzuweisungen (71%) flossen dorthin. Zahlreiche Investition- und Infrastrukturmittel im Rahmen des Kommunalen Finanzausgleiches flossen vorwiegend in die ländlichen Räume, so etwa 77% der Investitionspauschale, 83% der Mittel für den Bau von Staatsstraßen sowie sogar 86% der Regionalen Wirtschaftsförderung.

Dank des bayernweiten Programms zum Breitbandausbau sowie gezielten Investitionen im Bereich der Wirtschaftsförderung haben sich auch die Erwerbschancen im ländlichen Raum erheblich verbessert. So fiel beispielsweise das BIP-Wachstum seit 2006 im ländlichen Raum kräftiger aus als im Verdichtungsraum. Außerdem spiegelt sich die Stärke der Unternehmen des ländlichen Raumes am Beschäftigungsaufbau wieder. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um fast 50.000 Personen. Damit hat Bayern insgesamt mit rund 5,2 Mio. Beschäftigten einen neuen historischen Höchststand erreicht. Zeitglich hat die Arbeitslosenquote im ländlichen Raum mit 3,2% einen langjährigen Tiefstand erreicht.

Mit der verstärkten Ansiedlung von Technologie-Campi sowie dem Ausbau der Hochschulen und Universitäten im ländlichen Raum steigt auch die Innovationskraft des ländlichen Raumes. Insgesamt 17 Technologietransferzentren sind bereits im ländlichen Raum entstanden. Bei der Nordbayern-Initiative, bei der vor allem Wissenschafts- und Forschungszentren unterstützt werden sollen, stehen bis 2018 knapp 600 Mio. Euro zur Verfügung. "Damit wird dem ländlichen Raum auch eine Perspektive geboten. Die jungen Menschen können in ihrer Heimat ausgebildet werden und auch Arbeitsplätze finden", gibt sich MdL Max Gibis zufrieden mit dem aktuellen Heimatbericht.