Bayerisches Energieprogramm

Bayerisches Energieprogramm - sichere, bezahlbare und umweltverträgliche Energieversorgung

2015-10-30

Der Ausstieg aus der Kernenergie war ein Beschluss von historischer Tragweite. Die Umstellung auf erneuerbare Energien bleibt vor diesem Hintergrund die zentrale Herausforderung für eine sichere, günstige und umweltverträgliche Energieversorgung. Momentan kommt der Umstieg auf erneuerbare Energien rasch voran, führt aber angesichts des hohen Tempos auch zu Kontrollschwierigkeiten und Ungleichgewichtungen. Trotzdem setzt Bayern auf ehrgeizige, aber auch realistische Ziele, wie einen ausgeglichenen Energiemix sowie auf stabile und belastbare Strukturen. Darum ruht das bayerische Energieprogramm auf den drei Säulen Effizienz, Nachhaltigkeit und Notwendigkeit des Transportes. Der Anspruch Bayerns ist es, dass sich jede der drei Säulen an den Kriterien von Sicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit messen lassen kann.

 Seit der Verabschiedung des Energiekonzeptes im Jahr 2011 ist Bayern mit der Umsetzung der Energiewende gut vorangekommen. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung stieg im Zeitraum von 2010 bis 2014 um 40% auf mittlerweile 36,1% an. Außerdem ist Bayern führend bei der Nutzung der Wasserkraft, der Geothermie, der Solarenergie sowie der Umgebungswärme. Oberstes Ziel der bayerischen Energiepolitik stellt aber nach wie vor eine sichere, bezahlbare und umweltverträgliche Energieversorgung für Bayerns Bürgerinnen und Bürger sowie Betriebe dar. Die konkreten Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien für die nächsten 10 Jahre in Bayern sind folgende:

  • Klimaziel: Eine deutliche Reduzierung der energiebedingten CO2-Emissionen bis 2025
  • Effizienzziel: Die Energieeffizienz soll bis bis 2025 mindestens um 25% gegenüber dem Jahr 2010 erhöht werden
  • Verbrauchsziele: Insgesamt soll der Energieverbrauch in Bayern bis 2025 um 10% gegenüber dem Jahr 2010 gesenkt werden
  • Ausbauziele: Ziel ist es, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bis 2025 auf 70% zu steigern 

 Um diese Ziele beim Ausbau der erneuerbaren Energien in den nächsten 10 Jahren zu erreichen, hat die bayerische Staatsregierung eine "Drei-Säulen-Strategie" vorgestellt. Säule 1 basiert dabei auf einer effizienten Verwendung von Energie. Im Zentrum steht dabei die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Ein Musterbeispiel stellt das 10.000-Häuser-Programm des Freistaates Bayern dar. Das Programm zur Steigerung der Energieeffizienz von Wohngebäuden umfasst die energetische Sanierung von Gebäuden sowie auch energieeffiziente Neubauten. Außerdem bezieht sich das Programm auf die Modernisierung von Heizungsanlagen. Dafür stehen 90 Millionen Euro bis zum Jahr 2018 zur Verfügung. Somit stellt das 10.000 Häuser-Programm ein Musterbeispiel dafür dar, wie Bayern die Umsetzung innovativer und effizienter Lösungen für die Bürgerinnen und Bürger aktiv unterstützt.  

Die Säule 2 stellt die die nachhaltige Stromerzeugung dar. Um Dezentralität und die Akzeptanz der Energiewende zu erreichen, ist eine regionale Steuerung unerlässlich. Deshalb legt Bayern größten Wert auf eine Anbietervielfalt durch eine vorrangige Beteiligung von Kommunen und Bürger. Außerdem müssen speicherfreundliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Mit verstärkter Speicherforschung sowie ausreichend Reservekapazitäten will der Freistaat Bayern auch in Zukunft eine Versorgungssicherheit auf internationalem Spitzenniveau anbieten.

Säule 3 bezieht sich auf den notwendigen Stromtransport. Der Stromtransport leistet einen wichtigen Beitrag dazu, Stromerzeugung, Stromspeicherung und Stromverbrauch in Einklang zu bringen und so eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten. Um den Ausbau auf das Notwendigste zu beschränken und ihn möglichst bürgerverträglich zu gestalten, hat der Freistaat mit der Erdverkabelung eine wichtige Voraussetzung geschaffen.

Zu den künftigen Herausforderungen der Energiewende zählt es, dass die Berücksichtigung der Interessen der Verbraucher und des jeweiligen Standortes gewährleistet sind. Bezahlbare Strompreise sind z.B. kurzfristig über staatliche Regelungen und mittelfristig über die effiziente Integration der erneuerbaren Energien zu erreichen. Weiter werden erhebliche Anstrengungen in der Energieforschung erforderlich sein. Dazu investiert Bayern zwischen 2012 und 2016 rund 500 Mio. Euro. Letztendlich müssen die Chancen der Digitalisierung auch im Bereich der Energiewende genutzt werden, aber dies muss im Einklang mit der Akzeptanz der Menschen vor Ort geschehen.