Kreistag strebt Zweihäusigkeit der Kliniken GmbH an

 Kreistag im Landkreis FRG rüstet sich für die Zukunft - Nachnutzung in Waldkirchen angestrebt

2015-06-23

Der Kreistag des Landkreises Freyung-Grafenau hat sich gestern in einer Sitzung, die wegen des großen Besucherinteresses in das Kurhaus in Freyung verlegt worden war, mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, mittelfristig eine Konzentration der akut-stationären Versorgung in den Standorten Grafenau und Freyung anzustreben. Allerdings soll das Krankenhaus Waldkirchen erst aus der Kliniken-Struktur genommen werden, sobald ein geeignetes Nachnutzungskonzept aus dem Bereich Medizin und Pflege vorliegt.

Der Empfehlung eines Gutachtens des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes folgend hatte sich der Landrat des Landkreises Freyung-Grafenau, Sebastian Gruber, dazu entschieden, Veränderungen in der bestehenden Krankenhausstruktur des Landkreises vorzunehmen. Um eine langfristige, qualitativ hochwertige und bezahlbare medizinische Versorgung im Landkreis sicherzustellen, strebt der Landrat eine künftige Zweihäusigkeit der Kliniken am Goldenen Steig an. Die Fraktionsvorsitzenden der im Kreistag vertretenen Parteien, darunter auch der Vorsitzende der CSU-Fraktion Max Gibis, haben dazu einen Beschlussvorschlag ausgearbeitet, der letztendlich mit 44 zu 15 Stimmen in der Kreistagssitzung am Montag angenommen wurde.

 

Beschlussvorschlag:

Der Kreistag nimmt den Strukturberichts des BKPV zur Kenntnis und spricht sich dafür aus , dass zur Sicherung einer medizinisch adäquaten und qualitativ hochwertigen Krankenhausversorgung der Bevölkerung die Konzentration der akutstationären Versorgung an den Standorten Freyung und Grafenau angestrebt wird, unter der Voraussetzung einer Neuausrichtung am Standort Waldkirchen in den Bereichen Medizin und Pflege. Die Verwaltung wird beauftragt, mögliche Konzepte z.B. die Errichtung eines Facharztzentrums, eines Zentrums für Geriatrie sowie das Konzept Onkologie und Palliativ eingehend zu prüfen. Das ambulante Facharztzentrum soll im Besonderen die Anforderungen an eine ambulante Notfallversorgung berücksichtigen. Die endgültige Entscheidung wird der Kreistag nach Vorlage des Gesamtkonzepts einschließlich der künftigen Nutzung des Standortes Waldkirchen treffen.

 

Der Vorsitzende der CSU-Kreistagsfraktion und Landtagsabgeordnete Max Gibis hatte sich im Vorfeld für den Vorschlag des Landrates stark gemacht und begrüßte nun die Entscheidung des Kreistages: "Der gestrige Beschluss im Kreistag, eine Zweihäusigkeit der Kliniken im Landkreis Freyung-Grafenau anzustreben und eine Nachnutzung im Bereich Medizin und Pflege für das Krankenhaus Waldkirchen zu finden, war eine wegweisende Entscheidung", so der CSU-Fraktionsvorsitzende.

"Mit einer Konzentration der akut-stationären Versorgung der Kliniken am Goldenen Steig auf die Häuser Freyung und Grafenau können wir unsere Kliniken-Struktur sowohl aus betriebswirtschaftlicher Sicht als auch aus medizinisch-qualitativer Sicht bestens für die Zukunft rüsten. Mit einem geeigneten Nachnutzungskonzept für das Krankenhaus Waldkirchen, wie z.B. einem Facharztzentrum oder einem Zentrum für Geriatrie wird nicht nur für einen Weiterbetrieb mit dem Erhalt aller Arbeitsplätze, sondern auch für eine Notfallversorgung mit kurzen Wegen gesorgt", lobte MdL Max Gibis den Beschluss des Kreistages weiter.

Auch wenn für den Landkreis kein akuter Handlungsbedarf besteht, so sieht Max Gibis den jetzt gestarteten Prozess dennoch als absolut notwendig an: "Der Beschluss zum jetzigen Zeitpunkt war richtig und wichtig, weil wir jetzt noch aus einer Position der Stärke heraus handeln können und in dem nun angestoßenen Prozess der Herr des Verfahrens sind. Wir haben nun die Möglichkeit die medizinische Versorgungsstruktur in unserem Landkreis nach unseren Vorstellungen zu gestalten und werden so nicht in etlichen Jahren durch sich verschärfende gesetzliche Regelungen und demographische Entwicklungen vor vollendete Tatsachen gestellt."

Landrat Sebastian Gruber kündigte zudem an, dass nun in einer Arbeitsgruppe mit allen Beteiligten ein Gesamtkonzept erarbeitet wird, das bis Herbst diesen Jahres bereits spruchreif sein könnte.