Pilotprojekt zur Ganztagsbetreuung vereinbart

Staatsregierung beschließt Ganztagsbetreuung an bayerischen Schulen - Pilotphase startet zum Schuljahr 2015/16

2015-06-02

Die bayerische Staatsregierung um Ministerpräsident Horst Seehofer und kommunale Spitzenverbände haben eine Vereinbarung zur Weiterentwicklung ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote für Schülerinnen und Schüler in Bayern unterzeichnet. Zum Schuljahr 2015/2016 startet eine Pilotphase zur offenen Ganztagsbetreuung an bayerischen Grundschulen. Dabei wird die Betreuung künftig bis 18.00 Uhr und auch in den Ferienzeiten gewährleistet. MdL Max Gibis bezeichnete das neue Ganztagesangebot als wegweisend für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

 Ministerpräsident Horst Seehofer bezeichnete den Ausbau der Ganztagsbetreuung an bayerischen Schulen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und dankte in diesem Zusammenhang den kommunalen Spitzenverbänden, die die Ausweitung der Betreuungszeiten durch den Brückenschlag zwischen Schule und Jugendhilfe mittragen. "Im engen Schulterschluss mit den Kommunen können wir bayerischen Familien nun eine umfassende Betreuung an Grundschulen anbieten - auch in den Ferien! Dieses Angebot stärkt die Familien, verbessert die Chancengerechtigkeit und ist bahnbrechend für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf", so der Ministerpräsident.

 Bereits zum kommenden Schuljahr startet die Pilotphase des offenen Ganztagsangebots mit bis zu 300 Gruppen an bayerischen Grundschulen (Jahrgangsstufe 1 bis 4). Inhalt ist ein sog. „offener Ganztag“, der auch in Kooperation mit Trägern der Kinder- und Jugendhilfe die Betreuung der Schülerinnen und Schüler bis 18.00 Uhr an fünf Werktagen und auch in den Schulferien ermöglicht. Die enge Verzahnung von Schule sowie Kinder- und Jugendhilfe in der Betreuung der Schülerinnen und Schüler ist bisher einzigartig in der Geschichte der bayerischen Schul- und Sozialpolitik.

MdL Max Gibis lobte, dass Staat und Kommunen hier Hand in Hand arbeiten zugunsten von guten, an den Bedürfnissen der Familien orientierten Betreuungsangeboten. "Das vernetzte Vorgehen optimiert den Ressourceneinsatz und schafft Raum für flexible, örtliche Lösungen auf hohem Bildungs- und Betreuungsniveau", resümierte der Landtagsabgeordnete, "bedarfsgerechte Ganztagesangebote werden auch ein wichtiger Standortfaktor für den ländlichen Raum sein", so Max Gibis weiter.

Die Teilnahme an den rein schulischen Ganztagesangeboten, die eben auch in Rand- oder Ferienzeiten organisiert werden, ist grundsätzlich kostenfrei - mit Ausnahme der Kosten für die Mittagsverpflegung. Die Kommunen können aber die Eltern wie bisher an den Kosten für die Betreuung in den Randzeiten (nach 16.00 Uhr), am fünften Wochentag sowie in der schulfreien Zeit beteiligen, da es für sie eine gewaltige finanzielle, personelle und organisatorische Herausforderung darstellt.  

Das gesetzliche Wahlrecht der Eltern zwischen Halbtagesschule und Ganztagsangeboten bleibt allerdings bestehen. "An erster Stelle steht der Elternwille. Wir machen Angebote für die individuellen Bedürfnisse der Eltern in Bayern und stülpen keine vorgefertigten Lösungen über", stellte MdL Max Gibis heraus. Die Möglichkeit der offenen Ganztagesbetreuung soll auch an Förderschulen gelten. Nach dem Ende der Pilotphase wird eine Evaluation stattfinden. Grundsätzlich soll der Ausbau von weiteren offenen Ganztagesbetreuungsangeboten aber ab dem Schuljahr 2016/2017 fortgesetzt werden.