Bayern ist das sicherste Bundesland

Innenminister Joachim Herrmann gibt Polizeiliche Kriminalstatistik bekannt- Niedrigste Kriminalitätsrate und beste Aufklärungsquote

2015-04-23

"Bayern ist mit Abstand das sicherste Bundesland". Zu diesem Schluss kommt der bayerische Innenminister Joachim Herrmann nachdem er kürzlich im Innenausschuss des Bayerischen Landtages die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2014 veröffentlicht hat. "Neben der niedrigsten Kriminalitätsrate im Bund verfügt Bayern auch noch über die beste Aufklärungsquote aller Bundesländer", verkündete Innenminister Joachim Herrmann stolz. Max Gibis, Mitglied des Innenausschusses, verdeutlichte die Ergebnisse aus der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik noch einmal. "Nirgendwo sonst in Deutschland ist das Risiko geringer, Opfer einer Straftat zu werden."

Mit der niedrigen Kriminalitätsbelastung von gerade einmal 5164 Straftaten pro 100.000 Einwohner ist das Straftatrisiko in Bayern bundesweit am geringsten. Außerdem konnte die bayerische Polizei ihre ohnehin schon sehr gute Aufklärungsquote weiter auf 64,4% steigern (2013: 64,1%). In Bayern werden damit knapp zwei Drittel aller registrierten Straftaten aufgeklärt. Bundesweit sind es nur etwas mehr als die Hälfte.

Absolut stieg die Anzahl der Straftaten (650.000) zwar leicht um 2,5 Prozent an, aber dies lässt sich auf den starken Zustrom von Asylbewerbern zurückführen. Denn Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz werden ebenfalls in die Straftatenstatistik eingerechnet. Um diese Zahl bereinigt wäre die Zahl der Straftaten in Bayern im Jahr 2014 sogar um 0,6 Prozent gesunken. Den größten Anteil der Straftaten machen mit rund 30 Prozent immer noch die Diebstahldelikte aus.

Eine erfreuliche Entwicklung zeigte sich indes im Bereich der Gewaltkriminalität. Die Zahl der Straftaten in diesem Bereich sank um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und sogar um 13 Prozent im Vergleich zum Jahr 2004. Bei Mordfällen liegt die Aufklärungsquote bei ausgezeichneten 97,4 Prozent. Auffallend sei dabei, dass fast 40 Prozent der überführten Gewalttäter alkoholisiert waren, bestätigte MdL Max Gibis. "Damit ist Alkohol nach wie vor der Aggressionsverstärker Nummer Eins".

Sehr deutlich ging 2014 in Bayern auch die Internetkriminalität zurück, nämlich um 12,5 Prozent. "Mehr als 300 Internetspezialisten der bayerischen Polizei leisten hier hervorragende Arbeit", lobte Innenminister Herrmann. Dennoch gibt er bei der Internetkriminalität keine Entwarnung. "Der verursachte Schaden liegt mit rund 15 Mio. Euro immer noch sehr hoch. Auch die Aufklärungsquote der Straftaten im Bereich Internetkriminalität liegt nur bei 46,8 Prozent. Hier sieht auch Max Gibis noch Handlungsbedarf. "Wir dulden keine rechtverfolgungsfreien Räume in Bayern. Deshalb brauchen wir dringend eine vernünftige Regelung zur digitalen Spurensicherung, um unseren Ermittlern das nötige Handwerkszeug zur Verfolgung der Täter im Netz zur Verfügung stellen zu können."

Deutlich gestiegen ist hingegen die Zahl aufgedeckter Fälle von Rauschgiftkriminalität. Die verstärkten Kontrollen der bayerischen Polizei haben sich hier also ausgezahlt und somit konnten 2014 rund 8,4 Prozent mehr Rauschgiftfälle aufgedeckt werden. Große Probleme bereitet aber weiterhin die Modedroge Crystal. Alleine im Jahr 2014 sind 21 Menschen daran gestorben. Auch 2015 legt die bayerische Polizei daher ihren Schwerpunkt auf die Bekämpfung von Crystal.

Zuletzt gab Innenminister Joachim Herrmann noch bekannt, dass der Fahndungs- und Ermittlungsdruck gegen Einbrecherbanden auch 2015 weiter erhöht wird. Zwar ist mit 65 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner das Risiko, Opfer eines Wohnungseinbruches zu werden, in Bayern erheblich geringer als anderswo (Bundesdurchschnitt: 186 Einbrüche, NRW: 313 Einbrüche). Aber auch in Bayern sind die Einbrecher auf dem Vormarsch. Die Zahl der gemeldeten Fälle ist im Jahr 2014 um satte 28,6 Prozent gestiegen. Aus diesem Grund wird eine großangelegte bayernweite Kontrollaktion im Jahr 2015 weiter fortgesetzt, die im November 2014 bereits zur Festnahme von 75 Straftätern geführt hatte. Zum Einsatz kommt auch die bundesweit einmalige Prognosesoftware "Precobs". Außerdem ist die bayerische Polizei Teil des kürzlich vorgestellten EU-Projekts "Danube Property Crime Project", einer internationalen Zusammenarbeit gegen reisende Einbrecherbanden. Mit diesen Maßnahmen hofft Joachim Herrmann, die Zahl der Wohnungseinbrüche wieder senken zu können!