Heimatbericht 2014: Positive Entwicklung des ländlichen Raums

Wirtschaftliche Unterschiede in Bayern stark abgenommen - Ländlicher Raum holt deutlich auf

2015-02-13

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung Bayerns leben im ländlichen Raum. Sie fühlen sich wohl und leben gerne dort. Der Heimatbericht 2014 dokumentiert eindrucksvoll, dass die wirtschaftlichen Unterschiede in Bayern stark abgenommen haben und der ländliche Raum gegenüber den Verdichtungsräumen stark aufgeholt hat. Diese positive Entwicklung zeigt, dass die Menschen vor Ort anpacken und die Unternehmen kreative Ideen entwickeln. Aber auch die Initiativen der Staatsregierung sind erfolgreich. Dadurch hat sich die Lebensqualität verbessert und immer mehr Menschen ziehen in die ländlichen Räume. Es ist ein erster Schritt hin zum großen Ziel der Bayerischen Staatsregierung für gleichwertige Lebens- und Arbeitsbedingungen überall im Freistaat zu sorgen!

 

Das Wichtigste im Überblick:

Die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt im ländlichen Raum haben sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Dabei wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ländlichen Raum im Zeitraum von 2006 bis 2012 mit 22,0% sogar stärker als in ganz Bayern (+19,7%). Damit entwickelt sich der ländliche Raum immer mehr zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort.

Auch die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze stieg im selben Zeitraum im ländlichen Raum mit 14,6% etwas stärker als in ganz Bayern (+14,1%). 2013 zählte der ländliche Raum rund 2,42 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. In absoluten Zahlen bedeutet dies gegenüber 2006 einen Anstieg um 307.000 Personen. Damit hat die Arbeitsplatzdichte deutlich zugenommen.

Außerdem ging auch die Arbeitslosenquote im Raum mit besonderem Handlungsbedarf deutlich zurück und lag 2013 nur noch 0,3% über dem bayerischen Durchschnitt (3,8%). Im ländlichen Raum fiel die Arbeitslosenquote im Zeitraum von 2006 bis 2013 sogar von 6,6% auf 3,3%, also um die Hälfte. Zum Vergleich dazu lag die Arbeitslosenquote im Bund im Jahr 2013 bei 6,9%.

Eine weitere erfreuliche Nachricht für den ländlichen Raum stellt die Tatsache dar, dass er im Jahr 2013 ein positives Wanderungssaldo zu verzeichnen hatte. Rund 46.400 Menschen mehr verlagerten ihr Leben in den ländlichen Raum Bayerns als wegzogen. Damit trug der ländliche Raum mit 48% sogar fast zur Hälfte zum gesamten bayerischen Wanderungsgewinn bei. Noch 2011 waren es nur rund 29%.

Ein besonders wirksames Instrument der bayerischen Staatsregierung, um den ländlichen Raum zu stärken und neue Arbeitsplätze zu schaffen bzw. sogar zu sichern, ist die Regionale Wirtschaftsförderung. Denn alleine 2013 wurden im ländlichen Raum mit Zuschüssen von 212 Mio. Euro gewerbliche Investitionen von rund 1,4 Mrd. Euro ausgelöst. Drei Viertel der Zuschüsse flossen dabei in den Raum mit besonderem Handlungsbedarf. Die Regionalförderung hat einen maßgeblichen Anteil an der Steigerung der Attraktivität in den ländlichen Räumen sowie am Zuwachs der Arbeitsplätze in den vergangenen Jahren.

Ein wichtiger Baustein zur Stärkung des Wissenstransfers in den ländliche Raum sind überdies die Technologietransferzentren. Durch diese den bayerischen Hochschulen angegliederten Technologie-Campi werden Arbeitsplätze generiert und dezentrale Ausbildungsplätze geschaffen. Zu den bestehenden 16 Technologiezentren kommen im Laufe des Jahres 2015 weitere drei hinzu. Sie stellen eine der großen Erfolgsgeschichten und Innovationen des Freistaates Bayern im Schnittfeld von Bildung und Wirtschaft dar. Alleine 2013 wurden deren Aufbau mit 10 Mio. Euro gefördert.

Zu guter Letzt trägt natürlich auch das neue Förderprogramm der bayerischen Staatsregierung für Hochgeschwindigkeitsinternet mit Glasfasertechnik in ganz Bayern zum Aufschwung in ländlichen Raum bei. Bis 2018 stehen für das Programm, bei dem die Kommunen im ländlichen Raum zwischen 80% und 90% Fördersatz sowie bis zu 950.000 Euro Höchstfördersumme erhalten, rund 1,5 Mrd. Euro zur Verfügung. Das Förderprogramm stößt auf sehr gute Resonanz, so befanden sich Ende Dezember 2014 fast zwei Drittel der bayerischen Kommunen im Förderverfahren. Das schnelle Internet bietet den Betrieben verbesserte Standortbedingungen und jungen Familien die Möglichkeit auch abseits der großen Zentren wohnen und arbeiten zu können.