"Aktionsprogramm Bayerwald" vorgestellt

Eine Region stellt sich den Auswirkungen des demografischen Wandels

2014-02-18

Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Helmut Brunner hat das Aktionsprogramm Bayerwald vorgestellt. Es soll eine Plattform  für alle Akteure des ländlichen Raums bieten, um den Herausforderungen des demografischen Wandels gemeinsam zu begegnen und Lösungen zu finden. Das Programm erstreckt sich auf eine räumliche Kulisse von 111 Kommunen in den Landkreisen, Passau, Freyung-Grafenau, Regen, Deggendorf und Straubing-Bogen.

 

Schritt für Schritt arbeiten die politischen Mandatsträger des Bayerischen Waldes daran die Zukunftsperspektiven der Region zu verbessern. Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich kommentierte die Vorstellung des Bayerwaldkonzeptes mit den Worten: "Wir müssen hart daran arbeiten die Region weiter zu entwickeln. Dazu müssen wir Konzepte und Strategien erarbeiten und diese dann auch umsetzen."

Der erste Schritt dazu, ein Konzept, wurde eben jetzt von Staatsminister Helmut Brunner vorgestellt. Das Aktionsprogramm Bayerwald greift dabei bereits bestehende Konzepte und Strategien auf und versucht sie als nächsten Schritt auf eine breitere Basis zu stellen, so dass die Kräfte aus 111 Kommunen in fünf Landkreisen gebündelt werden können. Insgesamt 70 Fachleute mit Vertretern aus der kommunalen und regionalen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und sozialen Verbänden haben in so genannten Impulsrunden konkrete Projektmaßnahmen zu insgesamt fünf Handlungsfeldern erarbeitet.

MdL Max Gibis sieht den größten Gewinn im Aktionsprogramm Bayerwald darin, dass über Parteigrenzen hinweg an einem Strang gezogen wird. "Allerdings gilt es jetzt auch die gesammelten Projektideen für eine zukunftsorientiere und nachhaltige Entwicklung der Region in die Tat umzusetzen", so der Landtagsabgeordnete weiter.

Ein so genannter Lenkungsausschuss hat nun die Aufgabe aus den bestehenden fünf Handlungsfeldern mit ihren jeweils zahlreichen bereits erarbeiteten Projektideen jeweils eine konkrete Maßnahme auszuwählen, die auf den Weg gebracht werden sollte. Auf diese Weise soll über die nächsten Jahre das gesamte Aktionsprogramm Bayerwald umgesetzt werden. Staatsminister Helmut Brunner hat schon einmal angekündigt, dass es letztendlich nicht an der Frage des Geldes scheitern werde.

 

Die fünf Impulsrunden mit konkreten Projektmaßnahmen im Überblick:

1) Wirtschaft, Tourismus & Land- und Forstwirtschaft

  • Regionale Plattform zur EU- Fördermittelberatung
  • E-Dorf: Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien im ländlichen Raum
  • Wohn- und Lebensraum für ältere Menschen
  • Vermarktung touristischer Produkte des E- Wald Projekts
  • Förderung der Vermarktung regionaler Produkte
  • Reaktivierung der Bahnlinie Viechtach-Gotteszell 

     

    2) Bildung, Ausbildung & Netzwerk Bildungsregion

  • Aufbau einer Informations- und Bildungsplattform
  • Vernetzung aller Bildungsträger in der Region
  • Ausbau der außerschulischen Förderungen und Einbinden der Vereine in den schulischen Alltag
  • Förderung der Identifikation mit der Region
  • Sicherstellung von Mobilität
  • Ausbau und Forcierung des dualen Studiums

     

    3) Innenentwicklung & Daseinsvorsorge

  • Anpassung der Förderkataloge Städtebauförderung und Dorferneuerung
  • Leerstandmanagement, Zwischennutzung von Leerständen, Umnutzung von Leerständen
  • Leitfaden für kommunale Verbünde und interkommunale Zusammenarbeit
  • Regionale Mobilitätssicherung

     

    4) Jugend, Familie & Senioren

  • Flexibilisierung der Kinderbetreuung
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für barrierefreies Bauen
  • Ausweitung der Erfolgsmodelle Nachbarschaftshilfe
  • Gewinnen von Ehrenamtlichen für Projekte für Kinder
  • Sicherstellung der Mobilität

     

    5) Image & Kommunikation

  • Verbesserung interner Kommunikationsprozesse
  • Bessere Vermarktung von Produkten & Dienstleistungen aus der Region
  • Steigerung des Bekanntheitsgrades der Firmen in der Region
  • Konsequente Imagepflege