Oskar von Miller Forschungsgesellschaft für die TC der Hochschule Deggendorf

Die Technologie Campi Teisnach und Freyung der Hochschule Deggendorf zeigen nach vier Jahren bereits eindrücklich, dass es nicht nur eine Daseinsberechtigung sondern einen Bedarf für Forschungszentren im ländlichen Raum gibt. Kleine thematisch fokusierte Forschungseinrichtungen werden zu wichtigen Impulsgebern für die Wirtschaftsentwicklung und Wirtschaftsförderung. Neben der direkten Wirkung durch Forschungs- und Ingenieurdienstleistungen gibt es eine Vielzahl positiver indirekter Effekte.

So konnten die Campi in Teisnach und Freyung in den letzten drei Jahren in Folge jeweil mehr als 1 Mio Euro an Drittmitteln pro Jahr einwerben und setzen diese Entwicklung weiter fort. Der TC Teisnach wirkt als Leuchtturm und verhilft einem wirtschaftlich bereits erfolgreichem Standort zu einem Boom. Der TC Freyung bildet sowohl für die Stadt als auch den Landkreis einen Ankerpunkt zur strukturellen Erneuerung, setzt für Investoren aus der Region und darüber hinaus einen wichtigen Impuls und löst Firmenansiedlungen und private wie öffentliche Investitionen aus. Die Beschäftigungsmöglichkeiten am Campus und in dessen Umfeld sind für ländliche Räume ein wichtiges Signal in Richtung einer jungen und dynamischen Bevölkerung. Durch den Aufbau dieser beiden ersten Campi entstanden in Teisnach und Freyung knapp 80 Arbeitsplätze direkt in den Forschungszentren sowie über 300 Arbeitsplätze in neu angesiedelten, frisch gegründeten oder wachsenden Unternehmen im Gründerzentrum bzw. dessen Umfeld. War es mit den etablierten Modellen der Regionalentwicklung bisher schwierig ländliche Räume in ihrer Innovationskultur zu fördern, zeigen die Technologie Campi, dass es hierfür neue Handlungsansätze gibt.

Wichtige Punkte sind hierbei:

• Aufbau kleiner Zentren mit 15-50 MitarbeiterInnen

• Thematische Fokusierung in Abstimmung mit der regionalen Wirtschaft

• Aufwertung der Ortszentren durch Umgestaltung von bestehenden Gebäuden

• Thematisch und räumlich abgestimmtes Konzept zur Gründerförderung und Gründerzentrum

• Verwaltungsstrukturen zentralisiert (wie z.B. durch die Hochschule Deggendorf geleistet)

• Politische und (maßvolle) finanzielle Einbindung der Kommunen zur Verankerung auf lokaler Ebene und Übertragung einer „Mitverantwortung“

• Bereitstellung einer Grundfinanzierung Oskar von Miller Forschungsgesellschaft

Die Etablierung von Oskar von Miller Zentren ist ein neues Konzept um Forschungs- und Innovationszentren in ländlichen Regionen Bayerns aufzubauen. Kleine grundfinanzierte Forschungseinrichtungen werden zu zentralen Knotenpunkten für Angewandte Forschung und Entwicklung, Innovationsmanagement bzw. Technologieförderung und sind wichtige Impulsgeber im ländlichen Raum. Angebunden an lokale Hochschulen multiplizieren Sie deren Know-How in die Fläche und schaffen lokale Kontaktpunkte für kleine- und mittelständische Unternehmen.

Mit den Technologie Campi der Hochschule Deggendorf stehen bereits Muster und erste Standorte zur Verfügung. Durch die Gründung einer administrativen Zentraleinheit der Oskar von Miller Gesellschaft, z.B. in Deggendorf, und die Zusammenführung in einer grundfinanzierten Struktur, z.B. als Verein, können Grundlagen für eine deutschland- bzw. europaweit einmalige Struktur geschaffen und damit die Führungsrolle Bayerns als Technologiestandort mit Flächenwirkung weiter untermauert werden. Die Umsetzung des Konzeptes hätte Signalwirkung für die regionale flächendeckende Wirtschaftsförderung im Freistaat und die Förderung von strukturschwachen ländlichen Räumen. Anstelle von aufwändigen Maßnahmen und Großprojekten, die für ländliche Räume nicht passend und darstellbar sind, würde damit eine zielgerichtete Struktur geschaffen, die auf die Bedürfnisse der ländlichen Regionen Bayerns zugeschnitten ist.

Zur Namensgebung

Oskar von Miller war ein Bayerischer Technologiepionier. Technologie und Innovation standen im Zentrum seins Wirkens. Obwohl Ergebnisse der Forschung seine Ideengeber waren, war er immer an deren Anwendung in konkreten Technologien und Projekten interessiert. Als der Vorreiter für den Aufbau der bayerischen Energierversorgung könnte er damit auch ein hervorragender Pate für die aktuell anstehenden Herausforderungen der Energiewende sein, die insbesondere durch den ländlichen Raum getragen wird.

Erwartete Effekte

Die Gründung einer neuen Forschungsgesellschaft für die ländlichen Regionen Bayerns würde dort erhebliche Impulse auslösen. Erfahrungswerte hierfür liegen durch die Aktivitäten der Hochschule Deggendorf für den Bayerischen Wald vor. Das Konzept wurde bereits von anderen Regionen Bayerns aufgegriffen. Durch schlanke Strukturen kann mit geringem Mitteleinsatz vor Ort eine hohe Wirkung erzielt werden. Die Förderungen lägen dabei weit unter den Förderbeträgen der regionalen Wirtschaftsförderung, würden aber wohl zu einer deutlich höheren Hebelwirkung bzgl. Wirtschaftswachstum und Beschäftigung führen. Gerad die Förderung von innovativen kleinen und mittelständischen Betrieben, die verstärkte Einwerbung von europäischen Fördermitteln und die Anregung einer Kultur für Technologie getriebene Unternehmensgründungen ließe sich damit befeuern. Durch kleine und schlagkräftige Strukturen ist eine breite Themenvielfalt vor Ort abdeckbar, ohne hohe Mehrkosten zu erzeugen. Die Zusammenführung in einer einheitlichen Verwaltungsstruktur unter dem Dach der „Oskar von Miller Forschungsgesellschaft“ würde Synergien sowie einen einheitlichen Markenauftritt mit regionaler, nationaler und internationaler Geltung schaffen. Wirtschaftsförderung wäre damit auch unter sich verändernden europäischen Förderbedingungen möglich, da damit die notwendigen Impulse für Innovation, Forschung und Entwicklung gesetzt würden, die ihrerseits in der Mehrzahl der relevanten EU Fonds und Programme eingeforderten werden. Sie könnte damit eine zentrale Säule in einem Ministerium für den ländlichen Raum/Heimatministerium darstellen und würde bestehende Instrumente der Wirtschaftsförderung, Regionalentwicklung und ländlichen Entwicklung durch Innovationsförderung sowie Technologie- und Mittelstandsorientierung in der Fläche ergänzen.